“Den Dingen stellen”

4 Juli, 2008 at 5:16 Uhr vormittags | In Leadership | No Comments
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Am 2. Juli hatte ich die Gelegenheit einen Vortrag des FIFA-Schiedsrichter Herbert Fandel zu geniessen. Sein Thema: “Entscheidungen unter Druck - Balance zwischen Autorität und Teamgeist”.

Interessant einmal die Verbindung zwischen einem Fußball Schiedrichter und Management in der Wirtschaft zu hören, denn auch im Fußball geht es um das Hineinwachsen in die Rolle eines Desicion-Makers: Wie “verkaufe” ich Entscheidungen, denn Entscheider entscheiden auch immer gegen etwas, bzw. erzeugen Nicht-Akzeptanz und sogar Gegnerschaft. Fandel zeigt auf, dass es beim Fußball wie in der Wirtschaft um zwei Bereiche der Entscheidungsspannbreite geht: Den Grundlagen, wie Regeln, Gesetze etc. und dem Ermessensspielraum. Bei Regelverstößen ist klar, es gilt eine klare Entscheidung auf dieser Basis zu treffen. Schwerer ist es, wenn eine Situation unklar ist und daher für eine Ermessensentscheidung Erfahrung, Augenmaß und Persönlichkeit erforderlich ist.

Fandel meint: Jede Entscheidung muss klar und so nachvollziehbar sein, das sie Akzeptanz und Vertrauen schafft. Nur dann können selbst bei Fehlentscheidungen Spieler/Mitarbeiter Vertrauen haben, dass der Schiedrichter/Chef grundsätzlich die richtige Linie verfolgt. Dazu gehört auch, Fehlentscheidungen zu erkennen und sich dazu bekennen, ohne sie lange rechtfertigen zu müssen.

Herbert Fandel teilt Entscheidungen in drei Kategorien ein:

1. Die richtige Entscheidung - diese ist meist nur auf Basis einer Regel oder Wahrheit zu finden.

2. Die sichere Entscheidung - also eine, die möglichst wenig Risiken darstellt und von vielen akzeptiert werden kann.

3. Die unauffällige Entscheidung - also das kleinere Übel. Diese Entscheidung trifft man meist so, dass nicht alle davon mitbekommen.

Fazit seines Vortrages: Persönlichkeit und Authentizität ist unabdingbar als Grundlage. Je mehr Erfahrungen (=mit zunehmenden Alter), desto grösser ist auch das Repertoir für alle Situationen und Unvorhersehbares.

Die Kompetenz Erfahrung (auch aus dem Privatleben) hilft mit Druck umzugehen und im Team Vertrauen für Entscheidungen zu schaffen. Es gilt sich den Dingen zu stellen - auch wenn es hart ist, der Druck gross ist oder sich die Entscheidung später als Fehler herausstellt.

Buchtipp: BrandFuture von Achim Feige

30 Juni, 2008 at 5:54 Uhr vormittags | In Literaturliste, Sales / Marketing, Trends / Wirtschaft | No Comments
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Von Elita Wiegand

Ende der 80er Jahre beherrschte eine Faustregel den Aufbau einer Marke: Man steckte sechs Millionen in die Werbung - das funktionierte, um sich national am Markt zu positionieren. Die Zeiten der klassischen Werbeformen sind jedoch vorbei. Heute muss Marketing authentisch sein. Aber wie müssen Unternehmen auf die Veränderungen reagieren? Wie werden künftig Markenstrategien entwickelt? Was bedeutet der Wandel, um eine Marke zu etablieren. Antworten liefert der Branchenkenner Achim Feige in seinem Buch „BrandFuture”.

Das Buch beschreibt, welche Herausforderungen die Markenführung im 21. Jahrhundert meistern muss. So erfährt der Leser die wesentlichen Erfolgsfaktoren, die eine zukunftsfähige Marke erfüllen muss. Die sieben zeitlosen evolutionären Gesetze sind Basis, um fit und sexy zu sein und im kontinuierlichen Wettbewerb zu den nachhaltigen Gewinnern zu zählen.

Die Gesetze lauten:

  • Du sollst spezifisch sein - nur Nullen haben keine Kanten
  • Du sollst relevant sein - ohne Relevanz keine Existenz
  • Du sollst attraktiv und signalstark sein
  • Du sollst einzigartig sein - differenziere dich radikal!
  • Du sollst erkennbar die Nummer eins sein
  • Du sollst innovativ und adaptiv sein
  • Du sollst dich vernetzen

Megatrends

Wie sich die maßgeblichen Megatrends auf die Markenführung auswirken, darüber schreibt Feige in einem Kapitel des Buches. Frauen, Gesundheit, Web 2.0, Globalisierung oder die neuen Zielgruppe wie LOHAS werden untersucht und beinhalten jede Menge Tipps, wie Unternehmen die neuen Kundenwünsche für ihre Marke nutzen können.

Empfehlenswert

“BrandFuture” von Achim Feige ist ein Buch, das jedem, der sich mit Marken beschäftigt, eine Fülle von Ideen und Inspirationen für die Zukunft der Markenführung bietet. Dem Zukunftsforscher und Markenstrategen ist es gelungen, sich von anderen Marketingbibeln abzuheben.

Hörtipp: WDR - Über die Wertschätzung

27 Juni, 2008 at 5:53 Uhr vormittags | In Hirnforschung, Leadership | No Comments
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“Wertschätzung ist eine Grundhaltung des respektvollen Annehmens - sich selbst und anderen gegenüber. Man bezieht ein und grenzt nicht aus, man nimmt die eigenen Bedürfnisse und die des Anderen an. Wertschätzung schafft eine Kultur der Begegnung, in der die Fähigkeiten und Fertigkeiten aller Beteiligten wahrgenommen und gebraucht werden. In allen gesellschaftlichen Bereichen, öffentlich wie privat, scheint Wertschätzung der Schlüssel zu einem aufmerksameren und harmonischeren Umgang miteinander. Die Kommunikationswissenschaftlerin Barbara Mettler-von Meibom hält Wertschätzung für eine der größten Herausforderungen der Gegenwart. Gemeinsam mit dem Hirnforscher Gerald Hüther hat sie ein beispielhaftes Schulprojekt auf den Weg gebracht, um soziales Verhalten zu befördern - die Methode ist einfach und überzeugend: Wertschätzung erfahren.”

Besonders interessant sind die Aussagen zur “Supportive Leadership” von Gerald Hüther. Hierunter versteht er alles zu tun, damit Mitarbeiter ihre Potentiale optimal enfalten und ihre Aufgaben bestens erfüllen können. Wertschätzung ist damit ein Schlüssel in der Mitarbeiterführung.

Das Feature dazu sendete WDR5 am 24. Juni 08. Hören Sie es hier.

Mehr von Gerald Hüther können Sie auch hier hören. In diesem BR-Podcast vom 4.6.2008 geht es um die Entwicklung des Gehirns und die Frage, warum wir wurden, was wir sind.

»Metakognitive Kernkompetenz«

26 Juni, 2008 at 5:01 Uhr vormittags | In Personalentwicklung | No Comments
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Sie als Leser dieses Blogs wissen, dass ich mich mit Kompetenzen auseinandersetze. So habe ich bereits einige gefunden, über die es sich lohnt zu berichten. Besonders gefiel mir ja immer die Inkompetenzkompensationskompetenz - also das absolut sichere Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit.

Nun fand ich die “Metakognitive Kernzkompetenz”, mit der der Hirnforscher Manfred Spitzer durch die Medien geistert. Was mag das denn sein - und fand einen interessanten Artikel dazu. Bei der Lektüre tut mir der Mann jedoch gleich leid, er ist gestreßt. Vielleicht braucht er eine andere Kompetenz - nämlich sich Zeit zu nehmen. Oder die Methodenkompetenz mit den Medien richtig umzugehen. Wie auch immer, die Auseinandersetzung mit dem Thema ist interessant. Frage mich nur, warum wir dafür solch tolle neue Begriffe benötigen.

Aus der Zeit:

Verzettelt im Netz

Klicken, googeln, raubkopieren: Die Onlinewelt verändert unsere Sprache und unser Denken. Werden am Ende nicht mehr wir den Computer beherrschen – sondern er uns?

Alltag an der Alma Mater. Bevor die Vorlesung beginnt, haben die Studenten schon ihre Laptops aufgeklappt, und wenn der Professor zu reden beginnt, sind sie schon über den unieigenen Router ins Netz verschwunden: E-Mails checken, Blogs schreiben, Verabredungen treffen. Schnell ein Buch bei Amazon ordern! Mal sehen, was auf eBay gerade für meine alte Comicsammlung geboten wird! Das leise Klicken der Tastaturen ist wie ein akustischer Vorhang, durch den die Worte des Dozenten nur undeutlich an die Ohren der Studenten dringen, und der leuchtende Bildschirm ist wie eine Firewall, die komplexeren Lehrstoff abblockt. Kann man Hegels Phänomenologie des Geistes begreifen, während man sich auf StudiVZ tummelt? Hilft es, während eines Hegel-Seminars den Hegel-Eintrag in der Wikipedia zu lesen?

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