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2. Mai 2008 / competenceselling

Götz W. Werner (dm) zum Thema Leadership

Zitat aus der Absatzwirtschaft vom 30.4.08:

Interview mit Prof. Götz W. Werner

„Das Neinsagen gehört auch immer mit zur Strategie“

<i>Götz W. Werner</i>
Götz W. Werner

30.04.2008. Menschen anzuleiten, ihre eigene Lebensbiographie zu gestalten, nicht auf jeden Hype aufzuspringen und geistesgegenwärtig die Bedürfnisse des Kunden zu erkennen – das ist Götz W. Werners Vorstellung von Leadership. In einem Gespräch mit der absatzwirtschaft erklärt der Gründer der dm-Märkte seine Prinzipien.

Herr Prof. Werner, nach so vielen Jahren als Kapitän in vorderster Front: Welche Merksätze würden Sie an einer Management-Schule jeder Führungskraft in punkto Leadership als wichtigste ins Stammbuch schreiben?

GÖTZ W. WERNER: Ich würde schreiben: „Werden Sie Menschenkenner! Eine gute Führungskraft ist jemand, der anderen zu Erfolg verhilft. Jemand, der Menschen dazu anleitet, ihre eigene Lebensbiographie zu gestalten.“ Man kann es auch salopper ausdrücken: Eine Führungskraft hilft beim Aufsteigen und in den Sattel kommen. Und wer wirklich gut führen kann, befähigt andere dazu, sich selbst zu führen.

Sie legen viel Wert darauf, dass Ihre Mitarbeiter gut ausgebildet sind und sich wohl fühlen. In anderen Unternehmen gerade Ihrer Branche ist das anders. Warum sollte Ihre Herangehensweise langfristig erfolgreicher sein?

WERNER: Entscheidend ist, dass die Mitarbeiter sich entwickeln können und dabei den Blick nicht auf den Vorgesetzten richten, sondern auf die Kunden. Denn je mehr Menschen selbständig und intelligent im Sinne des Ganzen handeln und sich an den Bedürfnissen des Kunden orientieren, desto unternehmerischer ist das Unternehmen.

Marketing als Unternehmensführung aus Kundensicht – was davon ist aus Ihrer Sicht bei dm schon „Best practice“, was aber noch zu verbessern?

WERNER: Wir haben sicher vieles sehr erfolgreich umgesetzt, wir ruhen uns jedoch nicht auf den Lorbeeren aus. Alles, was wir machen und tun, ist zwangsläufig suboptimal. Niemand kann behaupten, etwas gemacht zu haben, das man nicht noch besser hätte machen können.

In Ihrem Geschäftsmodell mit großzügigen Märkten und einem Mix aus Markenartikeln und Eigenmarken sehen Sie einen „deutlichen Wettbewerbsvorsprung“. Reicht das, um dauerhaft Abstand zu halten? Wo sehen Sie für dm auch Wachstumschancen abseits des originären Drogeriegeschäfts?

WERNER: Es gibt kein Rezept mit Gelingungsgarantie, schon gar nicht um zukünftig erfolgreich zu sein. Solange wir situativ geistesgegenwärtig die Bedürfnisse unserer Kunden erkennen und die richtige Ware zur richtigen Zeit am richtigen Ort haben, sind wir gut aufgestellt. Bislang konzentrieren wir uns auf das drogistische Kernsortiment und führen keine Randsortimente wie Alkohol oder Zigaretten. Das Neinsagen gehört auch immer mit zur Strategie, wir müssen nicht auf jeden Hype aufspringen.

dm wächst organisch Richtung Südosteuropa. Wohin soll Ihr Nachfolger danach die Internationalisierung noch treiben?

WERNER: Derzeit bereitet dm den Markteintritt in Bulgarien vor, nachdem wir seit vergangenem Jahr auch in Rumänien vertreten sind. Wir prüfen zwar regelmäßig den Eintritt in neue Märkte, sehen aber für uns noch sehr viel Potential in Deutschland und den mittel- und osteuropäischen Ländern, in denen wir bereits vertreten sind. Soweit zu dem heutigen Stand, was zukünftig sinnvoll sein wird, wird die Geschäftsführung und ihr neuer Vorsitzender, Erich Harsch, entscheiden. Das Gespräch führte Thorsten Garber für die aktuelle Print-Ausgabe der absatzwirtschaft – Zeitschrift für Marketing

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