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17. Mai 2010 / competenceselling

Jetzt versuchen sie es mit Kindern

Nachdem ich bereits in einem früheren Beitrag den Mißbrauch mit Pferden beklagt habe, finde ich heute eine neue Variante der Managerausbildung. Jetzt müssen Kinder aus SOS-Kinderdörfern herhalten.

Zuerst war ich ja erschrocken, aber dann dachte ich, gar nicht so schlecht. Zum einen haben die Kinder sicher mal richtig Spass gehabt und zum anderen haben wohl auch die Manager mal Gelegenheit bekommen, über ihre Kommunikation nachzudenken. Kein Wunder wenn man folgenden Satz liest:

Im Team von Oliver H. scheint indes tatsächlich niemand Bock zu haben. Auf die meisten seiner Fragen bekommt er keine Antwort. Der 32-Jährige sagt zu Beginn: „Was wir heute hier machen, ist, dass wir, also wir und ihr, klären, wie wir uns diese Begrifflichkeiten vorstellen.“

Von Kindern kann man viel lernen, so z.b. eine klare Sprache, das vermeiden von Fremdwörtern und Fachsprache; eine direkte Ansprache und Offenheit. Kinder wiederum zeigen einem recht gut, wenn nur Blabla aus dem Mund rauskommt und wenn Sie gelangweilt sind.

Auch schön:

„Bitte“, klagt Oliver H., nachdem er einige Minuten stumm der Konversation der Gruppe gelauscht hat, „es geht doch darum, dass wir bis Mittwoch hier etwas fertigstellen wollen.“

Haha, ein typischer Managersatz. Leider denken Kinder so überhaupt nicht. Vielleicht also ganz gut, wenn Manager mal wieder erfahren, dass andere Menschen nicht in ihren Kategorien, Zielen und Zeiten denken.

Fazit: Ein Managertraining mit Kindern ist allemal besser als der Mißbrauch von Pferden. Die können sich nicht wehren. Kinder sehr wohl und das Feedback das sie geben ist ein wunderbarer Spiegel für uns Erwachsene.

Was mir besonders gefällt: Im SOS Kinderdorf Altmünster werden Führungskräfte trainiert: Die Kinder melden sich freiwillig, die Manager bzw. ihre Unternehmen zahlen 2690 Euro pro Kopf, das Kinderdorf erhält pro Seminar 2000 Euro. Das nenn ich einen guten Preis (würd ich nie nicht bezahlen). Aber Hauptsache, das SOS hat was davon. (Ehrlich, zuerst hab ich das für einen Scherz gehalten.)

Hier der Link zum Nachlesen.

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  1. Michael (Bautied) / Mai 19 2010 22:39

    Cui bono, die Frage sollte gerade bei Managmentseminaren an erster Stelle stehen. Die meisten, die ich kennengelernt und mitgemacht habe, dienten rückblickend dem Trainer, dem Coach und nicht unbedingt mir.. Ob ich über glühende Kohlen gelaufen bin, im Hochseilgarten meine Höhenangst überwinden und meine Teamfähigkeit stärken sollte, meist habe ich mich damit getröstet, ein-zwei gute Gedanken werden schon hängen bleiben.
    Hier bei dem Dialog mit Kindern, denen diplomatisches Drumrumgerde fremd ist, kann ich schon eher einen Sinn erkennen, zumal wenn es einem selbst nichts nutzt, wenigstens das Kinderdorf davon profitiert.

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