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24. Februar 2010 / competenceselling

Wo sind die Vorbilder geblieben?

Auch wenn es nicht direkt mit meinem Thema „Selling“ zu tun hat. Aber zum Kompetent-Sein gehört auch, Vorbild zu sein. Nur, wie sollen wir Vorbild sein, wenn uns die eigenen angeblich so vorbildlich agierenden Menschen  abhanden gekommen sind. Oder sehen Sie da noch einen? Wenn ja, holen Sie ihn doch mal aus dem Versteck. Denn scheinbar beschäftig sich alles nur noch mit Nicht-Vorbildern.

Ein paar Beispiele:

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Eine Bischöfin überfährt mit 1,3 Promille eine rote Ampel (und das auch noch während der Fastenzeit).

Ein Bischof macht die sexuelle „Revolution“ mitverantwortlich dafür, dass Priester auf den falschen Pfad kommen.

Ein Ministerpräsident wird gegen Geld zu Gesprächen mit zahlungskräftigen „Leuten“ verkauft.

Zahlungskräftige „Leute“ zahlen für ein Gespräch mit einem Politiker       (frage mich wirklich, wer hier eigentlich blöder ist)

Ein Steuersünder verklagt die Bank zu Schadensersatz, bei der er sein Schwarzgeld geparkt hat, als Ausgleich zur seiner Steuernachzahlung.

Ein Gericht gibt dem Steuersünder recht, der gegen seine Bank klagt…..(s.o.).

Eine Partei bekommt besonders hohe Spenden und sieht keinen Zusammenhang zu später eingeführten Steuererleichterungen.

Der Papst zeigt sich «tief bestürzt und betrübt» – braucht aber Wochen für einen Hirtenbrief, wo doch ein klares Wort jederzeit ausgesprochen werden kann.

Den Preis als „ein Meister der Wichtigtuerei“ erhielt G. Westerwave vom Altmeister Helmut Schmidt, der wiederum auch kein Vorbild ist und Reinhold Beckman mit Menthol Zigraretten einnebelte.

Der israelische Geheimdienst tötet Hamas-Führer in Dubai und lässt sich dabei noch fast filmen.

Ein Hildesheimer Schüler droht einem Lehrer, dessen angebliche Affäre publik zu machen. Für sein Schweigen forderte er 1000 Euro. Die Polizei stellte dem Abiturienten eine Falle, er tapste hinein.

Nikolaus Brender „tobt“ im Spiegel über seinen Noch-Arbeitgeber und darüber dass  „politisch motivierte Posten-Geschachere am Mainzer Lerchenberg  von besonderem Machthunger getrieben werde“ und demontiert damit die Medien als Moralwächter der Nation.

Der Kieler SPD-Vorturner Ralf Stegner räumt einen „Rechtsirrtum“ ein und will 8800 Euro an die Landeskasse überweisen, weil er zu unrecht Bezüge als Aufsichtsrat der HSH Nordbank erhalten hat. Ah ja, ein Irrtum also….

Und in Köln sucht und sucht und sucht man nach den Schuldigen, die einfach mal Protokolle fälschen und Material verscherbeln. Frage mich, wozu da überall Kameras an den Baustellen hängen und die Arbeiter nur durch Einlasskontrollen per Codekarte zur Arbeit kommen. War wohl kein Film drin. Oder schauen mal wieder alle nur weg.

Äh, und wie ich vorhin höre, macht Düsseldorf der Nachbarstadt wieder alles nach und findet gleich auch gefälschte Bauprotokolle.

Wie blöde muss man eigentlich sein, um das noch aushalten zu können!

Nochmal zu der Sendung „Beckmann“ mit Helmut Schmidt vom Montag. Der Altkanzler wurde gefragt, ob es ihm gefalle ein Vorbild zu sein. Doch der brummelte nur rum und meinte, er wäre nicht so gerne Vorbild. Anschliessend wurden in einem Einspieler Menschen auf der Straße befragt, welche Vorbilder sie hätten. Genannt wurden vorwiegend Stars und Sternchen, u.a. Lady Gaga und Angelina Jolie. Ok, normal wenn man Jugendliche befragt. Bei näherem Betrachten sogar verständlich, wenn die „besseren“ Vorbilder ausfallen. Früher wurde ja auch mit grosser Regelmässigkeit Albert Schweitzer genannt, aber wer kennt den noch. So sind diese neuen „Vorbilder“ sogar noch als einigermaßen ehrlich und authenisch einzustufen, schliesslich geben Sie offen zu, was sie machen und warum sie es machen. Mit den Worten von Frank Zappa: „We are only in it for the money“. Wenn die o.g. genannten Beispiele der letzten Tage wenigstens diese Ehrlichkeit hätten. Oder hat schon mal ein Politiker gesagt, er wolle die Wahl gewinnen, um Macht zu haben. Nein, da heisst es immer bescheiden, wir wollen gestalten.

Ach ja, Vorbild sein bedeutet nicht zwingend, keine Fehler machen zu dürfen. Fehler sind menschlich. Das eigentliche Problem ist der Umgang damit. Wer leugnet, vertuscht, auf Andere schiebt oder „schön redet“, der verliert das worauf es tatsächlich ankommt. Seine Glaubwürdigkeit. Erst dann ist jemand kein Vorbild mehr.

Und so warten wir weiter auf neue und wirkliche Vorbilder.

to be continued….

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  1. Michael (Bautied) / Feb 26 2010 21:50

    Das Schlimme ist, dass schlechte Beispiele (= Vorbilder) die Sitten verderben. Egal ob Ministerpräsident, Bischöfin, Exkanzler oder Steuersünder, sie taugen wirklich nicht als Vorbilder. Im Gegenteil, dann heisst es doch gleich: „Ja, wenn die das können….“

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