Skip to content
27. Oktober 2009 / competenceselling

Quelle-Pleite: e-commerce ist der Gewinner

Die Pleite von Quelle bringt es endgültig an den Tag: Klassische Katalogversender haben ausgedient. Früher lag der Quelle-, Otto- oder Neckermann Katalog  in jedem Wohnzimmer. Heute ist das Amazon-Fenster in jedem Browser fest eingerichtet, bei vielen Kunden sogar immer offen.

Noch besser: Die Amazon Kunden scheinen überhaupt kein Problem damit zu haben, dass ihr Kauf- und Stöber-Verhalten genaustens aufgezeichnet und ausgewertet wird. Im Gegenteil – viele User sehen das als sehr nützlich an. Sie bekommen Einkaufstipps und können Wunschlisten anlegen. Welcher Papierkatalog kann das schon.  Ok, man kann Eselsohren reinmachen und Zettel in die Seiten stecken. Nur – wer macht das noch im Zeitalter von Web 2.0?

Noch interessanter aber ist, was im Hintergrund von Amazon läuft. Wer z.B. heute ein „NAS“-Speichersystem dort kauft, bekommt ein Paket eines der vielen Amazonpartner, die Amazon als Plattform benutzen und gegen Provision ihre Ware dort anbieten. Vorteilhaft für Amazon, denn die können ihr Sortiment damit deutlich verbreitern. So hat Amazon lt. Wiwo vom 21.10.09 Anfang des Jahres auf der deutschen Amazon-Seite etwa 8000 verschiedene Schuhe im Angebot. Das waren 1250 mehr Modelle als bei Otto.de. Natürlich kommen die allermeisten davon erst gar nicht in das Logistik Center von Amazon, sondern werden direkt vom Hersteller oder Händler verschickt.

Und auch die Anbieter auf Amazons Plattform profitieren davon. So braucht man kaum noch einen eigenen e-commerce Auftritt und spart sich das eigene Portal, in das sich eh keiner verirrt. Amazon wird so zum Universalversender ohne grossen Aufwand. Das ist ähnlich wie bei ebay, aber halt ohne den Geruch des Gebrauchten. Und selbst das kann Amazon noch nebenher anbieten (lassen). Wem das Produkt zu teuer ist, kann gleich sehen, wer es auch gebraucht anbietet. Ganz ohne Flohmarktcharakter.

Ein perfektes Geschäftsmodell also? Ja, eindeutig. Als e-commerce Pioniere haben wir vor 15 Jahren von solchen Portalen geträumt. Dennoch fehlt ein Punkt – selbst bei Amazon: Der Content ist nach wie vor mager. Hier könnte man viel mehr Informationen über das Produkt anbieten. Mehr Bilder oder auch Videos (wie bei den Musiktitel). Mehr technische Details und Beschreibungen. Da ist Amazon leider (noch) schwach. Aber ein wenig Platz für Verbesserungen muss ja auch bleiben.

So bleibt nur ein Papierkatalog wirklich unerreicht: Der von Manufactum. Das ist immer noch die bessere Lektüre, auch wenn man die Produkte ähnlicher Art längst auch bei Amazon bekommt. Eine Verknüpfung wäre sicher interessant.

Und was bleibt von Quelle? Kindheitserinnerungen! Das reicht auch völlig aus. Schauen wir lieber nach Vorne. Es tut mir nur leid um die Arbeitsplätze.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: