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24. August 2009 / competenceselling

Leadership von morgen – „Führungskräfte müssen Sinnangebote machen“

Nachfolgende Pressemitteilung der Vermögensakademie GmbH beinhaltet einige Aussagen zum Thema Leadership. Ob diese unbedingt nur für die Zukunft gelten, möchte ich mal bezweifeln. Sie haben gestern gegolten, stimmen auch in der Krise heute und werden auch morgen Bestand haben.

Es ist ja weniger die Frage, ob es da Zweifel an den grundsätzlichen Anforderungen an Führungskräfte gibt, vielmehr ist die Frage zu stellen, warum eigentlich viele Leader sich schlicht und einfach nicht daran halten. Bekommen sie keine vernünftige Anleitung oder Ausbildung? Sind ihnen die von oben vorgegebenen Ziele wichtiger? Oder verlassen Verstand und Empathie manche Manager, weil ihnen die Karriere zu Kopf steigt. Ich glaube, es gibt viele Gründe.

Wie auch immer, ein Beitrag, der mal wieder daran erinnert, was Leadership tatsächlich heisst.

Angesichts der globalen Wirtschaftskrise, steigender Arbeitslosigkeit und um staatliche Hilfen ringenden Unternehmen scheint es in vielen Firmen an kompetenter Leadership zu fehlen. Dabei ist gerade jetzt effektive Führung wichtiger denn je. Denn Leadership versammelt Mitarbeiter hinter einer Vision und motiviert sie, diese mit Leben zu füllen.

Dr. Claudio Weiss, Mitgründer der Vermögensakademie, erläutert Anforderungen an Leadership von morgen im Zeichen der Krise, Corporate Governance und Ethik.

Was zeichnet Leadership der Zukunft aus?

„Sie muss vor allem glaubwürdig sein, sonst wird Leadership mehr und mehr zur Lachnummer. Die Leute – Mitarbeiter, Konsumenten, Aktionäre, Bürger – haben genug von Show Business. Ein Leader muss authentisch sein, darf nichts vormachen. Er muss die Dinge beim Namen nennen und gleichwohl Perspektiven aufzeigen. Es ist eine Gratwanderung zwischen zu vermeidender Panikmache auf der einen und den Leuten Sand in die Augen streuen auf der anderen Seite. In unsicheren Zeichen Sicherheit vermitteln geht nur über eine klare Orientierung an Werten und ein kraftvolles, kreatives Denken, das mutig eine lebenswerte Zukunft gestaltet.

Ich glaube, die gegenwärtige Krise hat auch damit zu tun, dass wir zwar noch nie so viel quantitative Fülle wie heute hatten, viele Menschen sich aber, sei es als Arbeitende oder als Konsumenten, innerlich leer und ausgebrannt fühlen. Sie haben Hunger nach Sinn, nach Liebe und nach echter Lebensfreude. Hier können Leader-Figuren Angebote formulieren. Die guten Führungskräfte von morgen werden die Besten zur Mitarbeit gewinnen, weil sie die besseren Sinnangebote machen.“

Welche Kennzeichen bestimmen Leadership-Verhalten von heute und welche Erfolgskonzepte gibt es?

„Leadership-Verhalten muss Vorbild-Verhalten sein, denn Leader-Figuren sind exponiert. Die Augen der Menschen sind nolens volens auf sie gerichtet, ihr Verhalten wird – oft massenhaft – nachgeahmt. Gerade dadurch aber können sie Maßstäbe setzen. Leadership-Erfolg heißt zweierlei: Erstens, die besten Leute bekommen und halten; zweitens, mit den vorhandenen Leuten überragende Gesamtleistungen erbringen.

Leadership-Erfolge werden sich einstellen, wenn ethische Leadership-Prinzipien – Vertrauenswürdigkeit, Care-Haltung und sinnvolle Zweckbestimmung – gelebt werden. Darüber hinaus wird es ganz entscheidend auf ein paar zentrale Kompetenzen ankommen, die wahres Leadership-Vermögen ausmachen:

• die Fähigkeit, den Menschen Sinn, Sicherheit und Perspektiven zu geben

• die Fähigkeit, mit ganz unterschiedlichen Mentalitäten umzugehen

• die Fähigkeit, als primus inter pares den Menschen echte Wertschätzung entgegen zu bringen

• die Fähigkeit, die Herzen der Menschen zu berühren – mit Ehrlichkeit, ganz ohne Manipulation

• die Fähigkeit, Menschen wachsen zu lassen, wenn sie dies wollen, und es zu akzeptieren, wenn sie es nicht wollen.“

Welche Rolle spielen dabei Corporate Governance?

„Ich könnte mir vorstellen, dass die Corporate Governance der Zukunft u.a. die Aufgabe verstärkt wahrnimmt, die Werte zu klären, die das Management (oft unbewusst) leiten. Mein Werte-Navigator, den ich am Symposium in Berlin vorstellen werde, kann dabei wertvolle Hilfe leisten. Sich mit Werten zu beschäftigen, mag auf den ersten Blick schöngeistig erscheinen. Tatsächlich aber handelt es sich um handfeste Gesundheitsvorsorge für jedes Unternehmen. Wenn die Werte in eine Schieflage geraten, wird das Unternehmen krank. Findet bei den Werten keine Korrektur statt, kann die Krankheit zum wirtschaftlichen Tode führen. Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit gibt es zur Genüge.“

Brauchen Unternehmen eine Ethical Compliance, bzw. sollte bei Unternehmen eine periodische, objektive Evaluation der Führung und Aufsicht durchgeführt werden?

„Aufsichten, Kontrollen, Regeln, Gesetze, Gebote und Verbote sind bestenfalls geeignet, unethisches Verhalten in Schranken zu halten und extreme Exzesse zu verhindern. Wir brauchen meines Erachtens aber eine Image-Veränderung von Ethik: weg vom moralinsauren, erhobenen Zeigefinger, hin zu einer Lust auf Ethik, weil Ethik ganz einfach gut tut. Ethik ist nichts anderes als sein Denken, Fühlen und Wollen und damit Handeln in Übereinstimmung mit den Gesetz-mäßigkeiten des Lebens zu bringen. Es gibt Gesetze der Natur um uns und der Natur in uns, die Leben hervorbringen, Leben entfalten lassen und Leben aufrecht erhalten.

Ethik heißt Ja zu Leben, Leben fördern, Lebensqualität steigern. Wir müssen uns befreien von einem in unserer Kultur tief sitzenden mentalen Programm, wonach Ethik zu tun habe mit Einschränkung, Verzicht, Aufgabe von Erfolg, Macht und Lebensgenuss. In Wahrheit ist das Gegenteil der Fall. Wir werden lernen, dass Ethik der stärkste Verbündete von Erfolg ist, weil Ethik dem Erfolg Dauer und Zukunft verleiht – mit der durchaus erfreulichen Nebenwirkung, dass Erfolg dann auch so etwas wie Erfüllung mit sich bringt. Wer auf Erfolg ohne Ethik setzt, macht die Rechnung ohne den Wirt. Ethik ist letztlich lustvoll. Ethik ist „geil“.

Dies darf allerdings nicht dazu führen, dass wir jetzt Zeugen einer oberflächlichen Ethik-Modewelle werden, die ebenso schnell wieder abebbt wie sie gekommen ist. Eine Ethik-Blase oder einen Ethik-Hype – und nachher wieder „business as usual“ wäre das allerletzte, was wir brauchen könnten. Was wir wirklich brauchen, ist ein regelrechter Paradigmenwechsel, was unser Verständnis von und unseren Umgang mit Ethik anbetrifft. Ethik bedeutet nämlich Gesundheit, die nicht an den Grenzen unserer Haut halt macht.

Wirtschaftlich bedeutet dies die Weiterentwicklung der sozialen Marktwirtschaft im 20. Jahrhundert zu einer öko-humanen Vermögenswirtschaft im 21. Jahrhundert. Daran arbeiten wir in der Vermögensakademie. Wir wollen geistiges und materielles Vermögen, menschliches Vermögen und das Vermögen der Natur wirksam machen und mehren. Unser Fokus liegt dabei auf dem Themen-Dreiklang Macht – Ethik – Geld.“

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