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6. August 2009 / competenceselling

Sind Kompetenzen meßbar??

Ein Beitrag in der SZ bringt mich zu der Frage, sind Kompetenzen messbar? Der Artikel zeigt auf, dass wir uns gesellschaftlich in einem Umbruch hin zu Kompetenzbildung befinden, anstatt länger der Intelligenz nach zu rennen. Die Frage, die der Autor dabei stellt, inwieweit Test zur Kompetenzmessung sinnvoll sind, kann ich nur unterstützen. So wichtig die Entwicklung von Kompetenzen ist, deren Ausbau und Pflege, so wenig kann man sie messen, vor allem dann nicht, wenn es keine klare Messlatten gibt.

Denn – und nun werde ich Befürworter der Messung – es geht doch. Und zwar genau dann, wenn die Gebiete klar definiert sind und die Anforderungen an die Kompetenzen in diesem Gebiet allgemein aufgestellt wurden. Allgemein heißt, es müssen Viele befragt werden, denn anders als bei der Intelligenz ist Kompetenz Auslegungssache. Dazu bedarf es also der breiten, fast schon empirischen Erfassung von Kriterien. Daraus entwickelt sich ein Soll-Profil, das mit dem „Können“ der Person abgeglichen wird.

In dem Artikel wird stark auf die Kompetenzentwicklung von Kindern eingegangen. Das ist richtig und gut, wir brauchen eine Kompetenzkultur. So war ja schon mal vor vielen Jahren der Tenor in den Schulen zu hören, es komme nicht darauf an, ES zu wissen, sondern den Weg zur Lösung zu beherrschen (oder zu wissen, wo ES steht). Das ist in Vergessenheit geraten, heute steht das reproduzierbare Wissen im Vordergrund. Die ganzen Quizshows machen es (leider) vor. Wissen ist schön und gut, bedeutet aber nicht kompetent zu sein. Denn Kompetenz ist mehr als die Summe von Wissen. Kompetenz ist die Fähigkeit, Wissen in Verbindung zu setzen, Analysen vornehmen zu können und auf Neues reflektieren zu können. Es ist die Gabe, sachliches und emotionales zu verbinden und Randaspekte einzubinden.

Der Artikel weist zu recht darauf hin, dass Kompetenztests nur dazu führen, auf die Erfüllung der Tests hin zu lernen, das kann nicht Sinn der Sache sein. Wir müssen hingegen Lernumgebungen schaffen, die die Fähigkeit zur Eigen-Kompetenzbildung schafft. Die Anregung zum Denken, zu-ende-Denken, Neu-Denken, anders-Denken, usw. Weiterhin muss sie anregen, tiefer in Themen einzusteigen und sich intensiv damit zu beschäftigen. Diese Lernumgebungen scheinen mir nicht gegeben.

Von einer echten Kompetenz-Diagnostik sind wir also noch weit entfernt. Leider auch von einer erfolgversprechenden Vermittlung, wie Kompetenzen aufbaubar sind.

Hier der Link zum Artikel zum Nachlesen.

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