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9. Juni 2009 / competenceselling

Leitungswasser oder Mineralwasser – wussten Sie schon?

Nach der Lektüre der Mai Ausgabe der brand eins ist mir in Sachen Trinkwasser vieles klarer geworden. Die Ausgabe beschäftigt sich mit dem Thema Lebensmittel. Besonders beeindruckend die Aussagen zu dem Thema Leitungs-Wasser. Hier ein paar Auszüge:

„Die Deutschen sparen Wasser, wo sie nur können, obwohl sie es gar nicht müssten. „Deutschland verfügt über eine sich jährlich erneuernde Wasserressource von 180 Milliarden Kubikmetern“, rechnet Hans-Jürgen Leist, Wasserexperte an der Universität Hannover, vor. „36 Milliarden Kubikmeter Grundwasser bilden sich jährlich neu, nur 19 Prozent davon werden genutzt.“ Trotzdem werde der Eindruck erweckt, dass Wasser in gleichem Maße von Verknappung bedroht sei wie Erdöl. „Das bekommen wir schon als Kind eingetrichtert.“ Die Deutschen verbrauchen im Schnitt ein Viertel weniger als der globale Durchschnitt.“


„Allein seit der Wende ist der Verbrauch um gut 18 Prozent gesunken. Statt 147 Liter reichen uns heute auch 120 Liter am Tag, weil die neue Waschmaschine weniger Wasser zieht, aus der Dusche sauerstoffangereichertes Wasser kommt und wir die Klospülung dosieren können. Dabei ging die Bundesregierung noch in ihrem Wasserversorgungsbericht von 1980 von einem Durchschnittsverbrauch von 219 Litern pro Tag aus. Auch in Berlin sind sie den kühnen Prognosen aufgesessen, glaubten nach der Wende, dass schon bald sechs Millionen Menschen Trinkwasser brauchen würden. Heute sind es aber 600 000 weniger als noch vor 90 Jahren, und sie verbrauchen mit ihren 111 Litern pro Tag halb so viel wie 1990. Inzwischen ist der Grundwasserspiegel in der Hauptstadt wieder so hoch wie vor der Industrialisierung vor 150 Jahren.“

„…durch den geringeren Verbrauch auch die Kosten für die Abwasserentsorgung nach oben schnellen. So hat sich in Cottbus der Aufwand für die Spülung der Siele – um Geruchsbelästigungen zu vermeiden – seit 1992 mehr als versechsfacht.“

Weil immer weniger durch die Leitungen fließt, rosten und verkeimen die Rohre. Zugleich sind die Ansprüche der Verbraucher an die Qualität des Wassers aber gestiegen. Also müssen die Fixkosten auf immer weniger Kubikmeter umgelegt werden. Das Ergebnis: Der Wasserpreis steigt – und die Deutschen sparen daraufhin noch mehr. Ein höherer Grundpreis, eine Art Wasser-Flatrate, könnte helfen, die Sparmanie zu stoppen.“

Frank Herzlieb würde die Berliner am liebsten zur Wasserverschwendung erziehen. „Es ist doch eine Schande, wenn wir die Kanalisation regelmäßig mit unserem Produkt spülen, weil die es nicht haben wollen.“ Wenigstens trinken könnte es die Bevölkerung. „Dann würden wir zwar auch nicht mehr verdienen. Aber dass die sich alle Wasser in Plastikflaschen kaufen und dafür zehnmal so viel Geld bezahlen, das verstehe ich einfach nicht.“ Herzlieb redet über die Menschen, die den heimischen Hahn meiden und bei Tisch lieber über die Mineralität des Wassers fabulieren. Aber auch über diejenigen, die von Aldi oder Lidl Einwegplastikflaschen nach Hause schleppen, weil sie glauben, es sei gesünder als Herzliebs Wasser. Dabei enthalten 44 Prozent der weltweit angebotenen Produkte ohnehin nur gefiltertes Leitungswasser. Heute trinken die Deutschen im Durchschnitt mehr als 130 Liter Mineralwasser pro Jahr, mehr als zehnmal so viel wie 1970.“

Dass Wasser nicht mehr nur den Durst löscht, sondern längst das Lifestyle-Getränk mit der höchsten Marge ist, davon kann man sich in Spitzenhotels überzeugen, wo Wässerchen in Designerfläschchen exotischer Herkunft kredenzt werden. ….Ein mit Glitzersteinchen verzierter Flakon Brunnenwasser aus Tennessee wird für mehr als 60 Euro verkauft.“

Dabei ist es ökologisch höchst fragwürdig, wenn Wittenseer Wasser aus Schleswig-Holstein in PET-Flaschen nach München gekarrt wird, bei deren Herstellung schon reichlich Chemie in die Atmosphäre geblasen wurde und die nach der Entsorgung noch immer größtenteils auf den Mülldeponien landen und damit das Grundwasser belasten.“

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  1. Water Deluxe / Mrz 5 2010 22:19

    Sehr interessanter Artikel.
    Es ist nur so, dass kaum jemand soweit denkt um auf diese Sichtweise zu stoßen.

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