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17. Oktober 2008 / competenceselling

Linktipp brand eins: Schlaue denken wenig nach

In einem Interview mit der brand eins stellt der Hirnforscher Gerhardt Roth seine Sicht über Intelligenz und Motivation dar. Hier ein paar Auszüge:

Kann man Intelligenz trainieren?

Intelligenz ist das Persönlichkeitsmerkmal mit dem höchsten Grad an genetischer Determiniertheit – Schätzungen, die meist aufgrund von Untersuchungen an eineiigen Zwillingen gemacht wurden, liegen zwischen 50 und 70 Prozent, andere Persönlichkeitsmerkmale liegen zum Teil weit darunter und sind deshalb viel stärker umweltabhängig.

Man ist also schlau von Geburt an? Und kann am Pech, nicht die entsprechenden Gene mitbekommen zu haben, nichts ändern?

Was wir wissen, ist, dass alle anderen Faktoren, die eine Person kennzeichnen, leichter lernbar sind. Die Ausbildung der Intelligenz setzt eine normale kognitive Förderung durch die Umwelt voraus. Eine sehr gezielte Förderung kann, so nimmt man an, den IQ um zirka 10 bis 15 Prozent steigern. Wenn man nichts tut oder eine psychische Traumatisierung eintritt, kann der IQ auch um den gleichen Wert sinken.

…..

Wie kann ich mich selbst motivieren?

Wir verändern uns nur in dem Maße, in dem unser Gehirn bereit dazu ist, das heißt, sich irgendeine Art von Belohnung verspricht. Einer der größten Irrtümer in der Erziehung und der Personalführung ist es, zu glauben, Menschen würden ihr Verhalten dann ändern, wenn wir ihnen unsere logisch zwingenden Argumente nur hinreichend deutlich vermittelt haben. Dasselbe gilt für den Appell an die Einsicht. Das Gehirn fragt immer, bewusst oder unbewusst: „Was kriege ich dafür, dass ich mich ändere?“, und wenn es darauf keine gute Antwort gibt, dann ändern sich Menschen eben nicht.

Mit Vernunft ist also nichts zu machen?

Nein. Dies widerspricht natürlich dem vorherrschenden Management-Alltag. Mitarbeiter werden als ausführende Organe ihrer Vorgesetzten angesehen – egal, ob deren Entscheidungen von den Mitarbeitern als motivierend angesehen werden oder nicht. Selbstmotivation funktioniert am besten, indem man sich konkrete Ziele setzt, die man in kleinen Schritten erreichen kann und für die man sich materiell belohnt. Sich für große und langfristige Ziele ohne konkrete Belohnung zu motivieren gelingt nur Menschen mit einer einseitig ausgerichteten Persönlichkeit, zu denen die sogenannten willensstarken Menschen gehören. Wer andere motivieren will, braucht eine gute Belohnungsstrategie. Die muss an die einzelne Person angepasst sein. Für den einen ist ein größerer Dienstwagen eine Motivation, für den anderen Lob und Anerkennung.

Das Problem ist auch, dass sich Belohnung bei ihrer Wiederholung erschöpft – man muss sich also immer etwas Neues einfallen lassen. Zudem ist eine erwartete Belohnung nur eine halbe Belohnung. Es muss einen Überraschungseffekt geben. Und überdies muss die Belohnung von der Person, die sie empfängt, als verdient empfunden werden. Übertreibung schadet ebenso wie Knauserigkeit. Ideal wäre es natürlich, wenn der zu Motivierende alles aus freien Stücken macht. Das klappt dann, wenn der Personalführer es fertigbringt, seine eigenen Motive zu denen seines Mitarbeiters zu machen.

Das ganze Interview lesen Sie bitte hier: Schlaue denken wenig nach

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