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21. November 2007 / competenceselling

Charakter – Vererbt oder angeeignet

Ich werde in Zusammenhang mit dem Structogram oft gefragt, wie sich das nun mit der Veranlagung und der Erziehung verhält. Wieviel von der eigenen Persönlichkeit ist denn nun vererbt und wieviel ist durch die Erziehung geprägt worden.

Nun, erst ein paar begriffliche Abgrenzungen:

Temperament ist die genetische Veranlagung. Zusammen mit der Erziehung=Sozialisierung entsteht die Persönlichkeit oder der Charakter. Das Verhältnis aus Temperament und Erziehung kann sehr unterschiedlich sein, das hängt wiederum von der Veranlagung ab. Ein sogenannter gründominanter Mensch (Stammhirn-orientiert) braucht in dem Maße keine Erziehung wie dagegen ein rotdominanter Mensch (Lymbiker), da bestimmte Dinge von alleine in seiner Natur liegt. Beispiel: Ein gründominantes Kind wird gerne die Hand zur Begrüssung geben, ein rotdominantes Kind weniger. Also greift hier die Erziehung stärker in das Grundtemperament ein.

Je übereinstimmiger das Temperament und die Erziehung stattfindet, desto authentischer ist dann die Persönlichkeit. Das sind die Menschen, die auf uns stimmig wirken.

Wie Vererbung und Erziehung bei Kindern wirkt, hat die Zeitschrift Eltern recht nett beschrieben:

Mindestens genausosehr, wie für die Äußerlichkeiten interessiert sich Eltern dafür, welche „inneren Werte“ sie ihren Kindern möglicherweise mitgegeben haben: ihre Intelligenz, ihre Persönlichkeit, ihre Fähigkeiten. Seit mehr als 150 Jahren sind Humangenetiker und Biologen, Psychologen und Verhaltensgenetiker damit beschäftigt, diese Frage zu beantworten. Immer mehr Gene werden lokalisiert und ihre Funktion identifiziert. Immer mehr Studien mit eineiigen und zweieiigen Zwillingen sowie mit Adoptivfamilien bringen langsam Licht ins Dunkel. Eine klare Aussage läßt sich aber noch nicht treffen. Zu sehr widersprechen sich die einzelnen Erkenntnisse. Seit Beginn der Vererbungsforschung schwanken die Meinungen zwischen Extremen hin und her. Einmal heißt es: „Allein die Umwelt prägt den Menschen“, dann wieder: „Alles wird vererbt.“
Heute haben sich die meisten seriösen Wissenschaftler auf eine Fünfzig-Fünfzig-Regel geeinigt. Die jüngsten Studien weisen darauf hin, dass die Intelligenz eines Menschen etwa zu 40 Prozent genetisch bedingt ist. Der größere Teil aber wird von der Umwelt (also von Spielkameraden, Geschwistern, prägenden Ereignissen) bestimmt. Ein Mensch kommt also nicht als fertiges, unveränderbares Wesen auf die Welt, sondern hat ein hohes Entwicklungspotenzial.

Das betrifft jeden Lebensbereich: Ein Kind, das von seinen Eltern die Anlage zur Lese-Rechtschreibschwäche mitbekommen hat, kann sich trotzdem zur Leseratte entwickeln, wenn ihm zum Beispiel seine Erzieherin durch häufiges Vorlesen vermittelt, dass Lesen richtig Spaß macht. Allerdings ist nicht alles möglich: Ein Kind, das ohne jegliches musikalisches Talent auf die Welt kommt, wird sich wahrscheinlich niemals zu einem zweiten Mozart oder Beethoven entwickeln. Umgekehrt nützt auch die größte (musikalische) Begabung nur dann etwas, wenn sie frühzeitig erkannt und ausgelebt wird.

Auch in Sachen Persönlichkeit suchen die Forscher nach den Genen, die für bestimmte Charakterzüge verantwortlich sein sollen. Selbstbewusstsein, Geselligkeit, Gewissenhaftigkeit bekommen Kinder diese und andere Eigenschaften von ihren Eltern mit?
Bis zu 60 Prozent, sagen die Forscher. Und zwar unabhängig davon, um welche Merkmale es sich handelt. Bei allen ist die Wahrscheinlichkeit, vererbt zu werden, gleich. Alle Studien und wissenschaftlichen Erkenntnisse können aber an einem nichts ändern: Jeder Mensch ist einzigartig. Obwohl das menschliche Genom schon vollständig entschlüsselt wurde, wird man keinen wirklichen Einfluss auf die Entwicklung eines Menschen bekommen; allenfalls wird man sie besser verstehen.

Quelle: http://www.eltern.de/mein_baby/baby_alltag/vererbung.html?p=3
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