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6. November 2007 / competenceselling

Agieren der Unternehmensleitung beeinflusst die Motivation

Die Beratungsfirma Towers Perrin legte vor kurzem die neuen Ergebnisse zu ihrer Global Workforce Study vor. Diese Studie läuft seit einigen Jahren und zeigt die Entwicklung der Mitarbeiter Motivation auf weltweiter Ebene. Befragt werden 86.000 Arbeitnehmer. Nachfolgend die Pressemitteilung von Towers Perrin.

Die vollständige Studie ist noch nicht veröffentlicht. Vertiefende Infos finden Sie aber auf der Webseite von Towers Perrin.

Mein Kommentar: Diese jährliche Studie zeigt eindrucksvoll, welche Faktoren zur Motivation der Mitarbeiter in Unternehmen wirken und wie sich Mitarbeiter in Unternehmen hinsichtlich ihres Engagements einschätzen. Hier liegen grosse Potentiale, die oft übersehen oder sogar mißachtet werden. Dazu passend verweise ich auf die Themen Leadership und Chefimage. Egal ob im Vertriebteam oder im Vertriebsmanagement – Leadership ist eine wichtige Kompetenz für mehr Erfolg.

 

Towers Perrin Pressemitteilung:

 

 

„Was Mitarbeiter motiviert, zum Unternehmenserfolg beizutragen

Globale Studie unter 86 000 Arbeitnehmern identifiziert zentrale Irrtümer in puncto Mitarbeitermotivation – Schweizer Arbeitnehmer mit höchstem Engagement in Europa

New Towers Perrin Global Workforce Study

Zürich, 23. Oktober 2007 – Nicht der Einfluss der direkten Vorgesetzten ist entscheidend für die Mitarbeitermotivation, sondern vor allem das Agieren der Unternehmensleitung. Ältere Mitarbeiter erweisen sich zudem ähnlich motiviert wie jüngere. Sie alle sind bereit, sich im Sinne der Unternehmensziele zu engagieren, sofern sie auch dafür belohnt werden. Dies muss nicht notwendig mehr Lohn bedeuten, weit mehr geschätzt werden Möglichkeiten zur Weiterbildung. Neben einer Unternehmensleitung mit langfristigem Fokus fördern insbesondere Entscheidungsfreiräume, Entwicklungsmöglichkeiten und die Aussicht auf weitere Karriereschritte die individuelle Motivation. Rund ein Fünftel der Befragten weltweit sind hoch motiviert. Hierzulande sind es gar 23 Prozent. Auch liegt die Schweiz sechs Prozentpunkte über dem europäischen Durchschnitt und belegt somit in Europa klar Platz eins.

Zu diesem Fazit kommt die Unternehmensberatung Towers Perrin in ihrer Global Workforce Study 2007, die auf einer Befragung von mehr als 86 000 Mitarbeitern in 18 Ländern basiert. Die Fragen beziehen sich auf die wesentlichen Aspekten des beruflichen Umfelds der Mitarbeiter sowie auf deren individuelle Einstellung zur Arbeit. Die Analyse ist die grösste ihrer Art weltweit. In der Schweiz haben sich über 1000 Arbeitnehmer beteiligt.

„Die Motivation von Mitarbeitern hat einen direkten Einfluss auf das Verhalten von Kunden und somit auf die Unternehmensergebnisse. Vor diesem Hintergrund haben sich in der Vergangenheit zahlreiche Mythen rund um die Möglichkeiten zur Steigerung dieses Engagements gebildet“, erklärt Michael H. Kramarsch, Managing Director von Towers Perrin HR Services. „Die Studie deckt diese Irrtümer auf und gibt Unternehmen konkrete Antworten auf zentrale Fragen des Personalmanagement.“ Martin Emmerich, für das Schweiz-Geschäft verantwortlicher Partner bei Towers Perrin, ergänzt: „Die Global Workforce Study gewährt Einsichten was Arbeitnehmer antreibt. Diese Einsichten ermöglichen es Unternehmen, gezielt Leistungsträger zu binden, zu motivieren oder auch neue Talente am externen Arbeitsmarkt zu rekrutieren. Nur so lassen sich ambitionierte Wachstumsziele umsetzen.“

Mitarbeiter-Engagement weltweit auf akzeptablem Niveau

Der Anteil von 21 Prozent hoch engagierten Mitarbeitern weltweit und 17 Prozent in Europa wird als akzeptables Niveau bewertet. In der Schweiz liegt die Mitarbeitermotivation höher. Mit 23 Prozent hoch engagierten Mitarbeitern liegt die Schweiz in Europa auf Rang eins. Auch in der Gruppe moderat engagierter Mitarbeiter rangiert das Land mit 50 Prozent an der Spitze.

  Hoch engagiert

Moderat engagiert

Teilweise nicht engagiert

Nicht engagiert

Deutschland 17 47 28 8
Schweiz 23 50 23 4
Großbritannien 14 42 33 11
Europa 16 43 31 10
29USA 29 43 22 6
Welweit 21 41 30 8

Abbildung: Mitarbeiterengagement weltweit (Angaben in %)

Die in nahezu allen Ländern relativ grosse Gruppe der moderat engagierten Mitarbeiter sieht Towers Perrin-Berater Emmerich gleichermassen als Chance und Risiko für die Unternehmen. „Diese Gruppe ist neben den hoch Engagierten die Mitarbeitergruppe, auf die sich die Massnahmen des Managements konzentrieren sollten. Je nachdem, wie es gelingt, diese Gruppe zu einem grösseren Engagement anzuregen, werden die Unternehmen ihre Geschäftsziele erreichen können.“

Mitarbeitermotivation in der Schweiz – Ende eines Mythos

Entgegen weit verbreiteter Auffassung, kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass die individuelle Motivation nicht in erster Linie durch die unmittelbaren Vorgesetzten beeinflusst wird, sondern vielmehr durch das Agieren der Unternehmensleitung. Für Schweizerinnen und Schweizer sind Offenheit der Unternehmensleitung für neue Ideen und die Möglichkeit, auf Entscheidungsprozesse im eigenen Bereich Einfluss zu nehmen, zwei treibende Motivationsfaktoren. Im Vergleich zu anderen Ländern schätzt man in der Schweiz Mitbestimmung hoch ein. Wenn Unternehmen schnell und professionell auf die Kunden eingehen, ist das hierzulande für das Engagement bedeutender als die eigenen Aufstiegs- und Karrieremöglichkeiten. Ebenso spornt es an, wenn die Unternehmungsleitung klare Visionen für den langfristigen Erfolg vorzeigen kann.

Schweizerinnen und Schweizer zeigen einen starken Willen, sich am Unternehmenserfolg zu beteiligen, und streben dafür eine konstante Verbesserung ihrer Kenntnisse an. Eine in diesem Sinn herausfordernde Arbeit hat einen ausgeprägt motivierenden Charakter. Für das persönliche Engagement wird nicht vor allen Dingen eine monetäre Belohnung erwartet, sondern Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten. Diese gelten, wie die Studie belegt, wiederum als wichtige Motivationsfaktoren und dienen zudem der Selbstverwirklichung bei der Arbeit. Die im Ländervergleich hohe Motivation der Arbeitnehmer könnte neben dem Know-how und dem stabilen Arbeitsfrieden als weiterer Grund für die Schweiz attraktivem Wirtschaftsstandort ins Spiel gebracht werden.

Durchschnittliche Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber

Voll und ganz zufrieden mit der aktuellen Arbeitssituation sind 39 Prozent der Schweizer Arbeitsnehmer. Sie denken nicht an einen Stellenwechsel. Eine fast gleich grosse Gruppe (37 Prozent) zeigt sich opportunistisch und würde ein Angebot prüfen, obwohl sie nicht aktiv eine neue Arbeit sucht. Jeder Zehnte schaut sich ernsthaft nach einem neuen Job um und ebenfalls jeder Zehnte hat die Absicht, die Stelle zu kündigen. Diese Werte entsprechen dem europäischen Durchschnitt.

Unternehmen in Deutschland können sich dagegen auf einen bemerkenswert hohen Anteil an loyalen Mitarbeitern stützen. 49 Prozent der Befragten haben hier kein Interesse an einem Wechsel des Arbeitgebers. Im europäischen Durchschnitt liegt dieser Anteil bei 32 Prozent.

Ältere Mitarbeiter als Chance

In Hinblick auf die älteren Arbeitnehmer klärt die Studie einen weiteren Irrtum: Die Annahme, dass die Begeisterung für den Beruf im Laufe der Jahre abnimmt, kann durch die aktuellen Umfrageergebnisse nicht belegt werden. Das Engagement der Mitarbeiter verschiedener Altersstufen variiert kaum. Generationsübergreifend steigt das Engagement der Arbeitnehmer vor allem dann, wenn die Entscheidungsspielräume als angemessen empfunden werden und es Möglichkeiten gibt, sich weiterzuentwickeln und zu lernen. Ältere Arbeitnehmer legen zudem grossen Wert auf Wertschätzung und Interesse der Unternehmensleitung an den Mitarbeitern.

Konsequenzen für das Personal-Management

Die Studie gibt Personalverantwortlichen einen umfassenden Einblick in die Bedürfnisse und Motive von Arbeitnehmern. Somit ist eine wichtige Voraussetzung dafür geschaffen, das HR-Management gezielter auf die erfolgreiche Umsetzung der Unternehmensstrategie auszurichten .“Dies ist die entscheidende Aufgabe, an deren Erfüllung sich erfolgreiches HR-Management messen lassen muss“, erklärt Towers Perrin-Berater Martin Emmerich. In Abhängigkeit von den Unternehmenszielen bedeutet das für HR:

  • Mehr Spielraum bei HR-Programmen: Im Rahmen von global konsistenten Prozessen muss es ein „Mehr“ an Spielraum für regionale und zielgruppenspezifische Anpassungen geben.
  • Wissen, was Mitarbeiter bewegt: Zielgruppenspezifische Ansprache gelingt nur, wenn man weiss, was einzelne Mitarbeiter bewegt. Ein Mittel hierfür sind regelmässige gruppenspezifische Mitarbeiterbefragungen.
    Hintergrundinformationen zur Studie

Die Towers Perrin Global Workforce Study 2007 ist die derzeit grösste gleichzeitig erfolgende Analyse von Mitarbeiterpräferenzen weltweit. Zu den wesentlichen Aspekten des beruflichen Umfelds sowie der individuellen Einstellung zur Arbeit wurden mehr als 86 000 Arbeitnehmer in 18 Industrienationen befragt, davon in der Schweiz über 1000. Zentrales Anliegen der Untersuchung ist es, die wichtigen Faktoren für das Mitarbeiterengagements, die Mitarbeiterbindung sowie die Attraktivität von Unternehmen zu erfassen und zu analysieren. Unternehmen erhalten anhand der Studienergebnisse konkrete Hinweise, wie sie ihre Mitarbeiter stimulieren können, noch besser und stärker zum Unternehmenserfolg beizutragen.“

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