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28. Oktober 2007 / competenceselling

Powerpoint wird 20 – wie war das noch mit der freien Rede?

Ich gestehe, auch ich verwende Powerpoint. Klar, wir sind in den letzten zwanzig Jahren dazu erzogen worden. Vorher (ein paar von Ihnen mögen sich erinnern) gab es Folien, erst handgeschrieben und schwarz/weiss, dann wurden sie farbig, konnten ausgedruckt (bzw. geplogt) werden. Aber es blieben Folien. Bis Powerpoint kam. Das ist zwanzig Jahre her und der Wiwo einen Artikel wert.

Ohne die bunten Slides im .ppt Format gibt es heute keine Präsentation mehr. Wer macht es besser, bunter, animierter. Wer kann Tabellen oder Videos einbinden? Wer beherrscht die Schattenspiele mit den Rahmen.

Es gibt wahre Meister im Folienerstellen – ja wir nennen es oft immer noch Folie. Die Seitenzahl soll Kompetenz vermitteln, aber keine Sorge, wir überschlagen ja ein paar, denn kein Redner will die Zuhörer (oder sind es jetzt eher Zuschauer) zu sehr (heraus)-fordern. Aber sicher ist sicher, lieber noch ein paar Slides in den Anhang packen, wer weiß, welche Nachfragen kommen. Schliesslich kann man den Inhalt ja nicht gleich auswendig behalten.

Und da liegt auch der Vorteil: Ich stütze mich als Redner quasi auf die Präsentation, sie entpflichtet mich davor einen Text zu lernen. Nur zu blöd, wenn ich dann nur noch ablese. Das kommt ähnlich gut, wie ein Redner seine Rede vom Blatt abliest. Was passiert eigentlich, wenn ich den Beamer nicht in Gang bekomme, wenn das Laptop ausfällt. Bin ich auf diesen Fall vorbereitet.

Was haben wir früher gelacht, als das Kürzel FPM – Foils per Minute – durch die Firma zog. Besser wurde es ein wenig als HOH (besser bekannt als Hans-Olaf Henkel) darauf bestand – nicht mehr als 3 Folien – da müsse alles drauf sein. Manche legten einen drauf, als das Kürzel FPM durch FPS – Foils per Second – abgelöst wurde. Klar, übertrieben wurde nicht nur mit den blöden Animationen, sondern auch in der Lästerei gegenüber den Vortragenden.

Dabei ist Powerpoint durchaus sinnvoll. Zwar wettert die Wiwo:

„Tatsächlich verführt sie bloß dazu, komplexe Gegenstände auf den immer gleichen Dreiklang einzudampfen: Ist-Zustand, Soll-Zustand, erforderliche Maßnahmen. „

Aber hey, was ist schlecht daran? Wird nicht eh zu viel geschwafelt. Ist es nicht sinnvoll, sich dadurch zu einer knappen, klaren Aussage zu zwingen? Stellen Sie sich vor, die Politiker täten das. Ihre Reden als Powerpoint Präsi – ha, das könnte entlarvend sein. Wo bleibt der Point – äh Punkt??

Dennoch – eines bleibt nachvollziehbar: Wer nicht richtig mit dem Medium umgehen kann, muss sich hinterfragen, wie es um die eigenen Kompetenzen steht. Gehe ich wirklich kompetent (zu etwas fähig sein) mit dem Werkzeug Powerpoint um? Denn es bleibt ein Werkzeug – nicht mehr.

Die Königsklasse ist die freie Rede. Nicht jeder kann sie und nicht jeder wird sie lernen. Aber versuchen Sie es doch mal, es kann schrecklich Spass machen.

Und jetzt die Power Point Ballade:

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  1. Wolff Horbach / Okt 30 2007 14:56

    Ein Quelle der Inspiration für gute PPTs ist für mich Presentation Zen.

    Und bei SlideShare kann man sich Tausende guter Anregungen holen, wie man Powerpoint jeseits der Microsoft-Vorlagen nutzen kann.

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