Quelle-Pleite: e-commerce ist der Gewinner
Die Pleite von Quelle bringt es endgültig an den Tag: Klassische Katalogversender haben ausgedient. Früher lag der Quelle-, Otto- oder Neckermann Katalog in jedem Wohnzimmer. Heute ist das Amazon-Fenster in jedem Browser fest eingerichtet, bei vielen Kunden sogar immer offen.
Noch besser: Die Amazon Kunden scheinen überhaupt kein Problem damit zu haben, dass ihr Kauf- und Stöber-Verhalten genaustens aufgezeichnet und ausgewertet wird. Im Gegenteil – viele User sehen das als sehr nützlich an. Sie bekommen Einkaufstipps und können Wunschlisten anlegen. Welcher Papierkatalog kann das schon. Ok, man kann Eselsohren reinmachen und Zettel in die Seiten stecken. Nur – wer macht das noch im Zeitalter von Web 2.0?
Noch interessanter aber ist, was im Hintergrund von Amazon läuft. Wer z.B. heute ein „NAS“-Speichersystem dort kauft, bekommt ein Paket eines der vielen Amazonpartner, die Amazon als Plattform benutzen und gegen Provision ihre Ware dort anbieten. Vorteilhaft für Amazon, denn die können ihr Sortiment damit deutlich verbreitern. So hat Amazon lt. Wiwo vom 21.10.09 Anfang des Jahres auf der deutschen Amazon-Seite etwa 8000 verschiedene Schuhe im Angebot. Das waren 1250 mehr Modelle als bei Otto.de. Natürlich kommen die allermeisten davon erst gar nicht in das Logistik Center von Amazon, sondern werden direkt vom Hersteller oder Händler verschickt.
Und auch die Anbieter auf Amazons Plattform profitieren davon. So braucht man kaum noch einen eigenen e-commerce Auftritt und spart sich das eigene Portal, in das sich eh keiner verirrt. Amazon wird so zum Universalversender ohne grossen Aufwand. Das ist ähnlich wie bei ebay, aber halt ohne den Geruch des Gebrauchten. Und selbst das kann Amazon noch nebenher anbieten (lassen). Wem das Produkt zu teuer ist, kann gleich sehen, wer es auch gebraucht anbietet. Ganz ohne Flohmarktcharakter.
Ein perfektes Geschäftsmodell also? Ja, eindeutig. Als e-commerce Pioniere haben wir vor 15 Jahren von solchen Portalen geträumt. Dennoch fehlt ein Punkt – selbst bei Amazon: Der Content ist nach wie vor mager. Hier könnte man viel mehr Informationen über das Produkt anbieten. Mehr Bilder oder auch Videos (wie bei den Musiktitel). Mehr technische Details und Beschreibungen. Da ist Amazon leider (noch) schwach. Aber ein wenig Platz für Verbesserungen muss ja auch bleiben.
So bleibt nur ein Papierkatalog wirklich unerreicht: Der von Manufactum. Das ist immer noch die bessere Lektüre, auch wenn man die Produkte ähnlicher Art längst auch bei Amazon bekommt. Eine Verknüpfung wäre sicher interessant.
Und was bleibt von Quelle? Kindheitserinnerungen! Das reicht auch völlig aus. Schauen wir lieber nach Vorne. Es tut mir nur leid um die Arbeitsplätze.
Die Welt in Zahlen 2010
Für gute Dinge mache ich gerne Werbung und so kommt hier der Werbespot für die neue Ausgabe der Welt in Zahlen – 2010 aus dem Hause brand eins, dem Wirtschaftsmagazin. Hier der Teaser:
Wussten Sie, dass Konzerne in der aktuellen Wirtschaftskrise 14,5 Billionen US-Dollar an Wert eingebüßt haben? Dass sich die Schulden der ärmsten Länder der Welt auf insgesamt nur 0,5 Billionen US-Dollar summieren? Und dass das Gesamtvolumen des Marshallplans für den Wiederaufbau Europas seinerzeit bei gerade 0,1 Billionen US-Dollar lag?
Haben Sie eine Vorstellung davon, wer die Welt mit Weizen, Kaffee, Gemüse, Reis oder Rindfleisch versorgt? Wie teuer eine Kilowattstunde Strom in Europa ist? Welches Land der Erde die höchste Inflationsrate hat? Wie viel Wasser für die Herstellung eines Kilogramms Käse erforderlich ist? Wie hoch der Energieverbrauch in den OECD-Staaten ist? Welches Bundesland die meisten Autobahnkilometer hat? Oder wovon die Deutschen träumen?
All das und noch viel mehr lässt sich ab sofort nachlesen:
Das Buch „Die Welt in Zahlen – 2010″, herausgegeben von brand eins und Statista, listet auf 256 Seiten auf, was Wirtschaft treibt, was Unternehmen nützt und was Menschen bewegt: Branchen, Entwicklungen und Prognosen; von der Demografie bis zur Dienstleistung, von der Finanzwirtschaft bis zur Fußball-WM, von der deutschen Wiedervereinigung bis zur Weltwirtschaftskrise.„Die Welt in Zahlen – 2010″ ist ein Nachschlagewerk zum Staunen und Schmökern, zum Suchen und Sammeln – und das erste Gemeinschaftswerk des Wirtschaftsmagazins brand eins mit dem Statistik-Portal Statista. Es kostet 22 Euro und ist ab 16. November natürlich auch im Handel erhältlich.
Wie es aussieht, sehen Sie hier:
http://wissen.brandeins.de/periodika/jahrbuch-2010.html
Bestellen können Sie unter
http://www.brandeins.de/kiosk/extras/shop/catalog/category/v… oder direkt unter jahrbuch2010@brandeins.de
Was ist ein Querdenker
Passend zum 1. Querdenker Forum am 15.10.09 in Düsseldorf, stellt Elita Wiegand vom Business Club innovativ.in Passanten in Düsseldorf die Frage: „Was ist eigentlich ein Querdenker?“ Hier die Antworten.
Und Sie, sind Sie ein Querdenker?
Mehr Infos und Anmeldung zum Querdenker Forum auf den innovativ.in Seiten.
innovativ.in eröffnet Denkfabrik
Für das erste Querdenker Forum am 15. Oktober hat der Business Club innovativ.in jetzt das Programm vorgestellt.
Folgende Querdenker sind dabei:
- Dr. Sarah Schons, die Ärztin, über die man redet und schreibt, weil sie unbequem ist, die das Gesundheitssystem kritisch anprangert und ihre eigenen mutigen Wege geht.
- Kirstin Walther, die Unternehmerin, die sich über ihren Saftblog einen Namen gemacht und mit ungewöhnlichen Ideen ihre Firma erfolgreich positioniert hat.
- Ludger Freese, der bekannteste Metzger Deutschlands, der ständig witzige Marketing-Ideen entwickelt und dessen world wide wurst immer noch in aller Munde ist.
- Wolfgang Flür, Ex-Schlagzeuger von Kraftwerk, der Band, die die elektronische Musik „erfunden” hat und der mit seinem Buch „Ich war ein Roboter” für Furore gesorgt hat.
Mehr dazu und für Ihre Anmeldung: innovativ.in
Wir machen es doch nicht fürs Geld
Gerade habe ich mir die diesjährige Reward Studie der Personalberatung Egon Zehnder angesehen. Sie befragt jährlich über 1000 Executives aus aller Welt zu aktuellen Fragen der Unternehmensführung. Kein Wunder wenn nach den aktuellen Diskussionen über das Ansehen von Top-Managern mit Spannung darauf gesehen wird, was die Befragten dazu sagen und ihre eigene Klasse in Sachen Gier, Managmentfehler und Arbeitseinstellung zu sagen haben.
Um es direkt zu sagen, die Ergebnisse wundern mich nicht. Hier ein paar Auszüge mit Kommentaren meinerseits:
„Geld allein macht nicht glücklich
Verantwortung, Entscheidungsspielräume und ein regelmäßiges Feedback motivieren weit stärker als Geld – darin ist sich die große Mehrheit der befragten Spitzenmanager einig. Insbesondere in deutschen Unternehmen, aber auch in solchen in der Schweiz und Japan hält man diese Form der Mitarbeiter-Motivierung für sehr wirksam. Die Aufnahme in eine Gruppe von High Potentials spornt vor allem japanische Manager an, der Hinweis auf zukünftige Möglichkeiten hat in indischen Unternehmen große Wirkung. Hingegen sprechen sechs Prozent der Top Executives in Großbritannien und fünf Prozent in den USA dem Geld sogar jegliche Motivationskraft ab.“
Wen wundert, dass Eitelkeit hier weit verbreitet ist. Und natürlich ebenfalls die gerne ausgeübte Form von Macht, auch wenn es keiner so direkt sagt. Dann heisst es eben Entscheidungspielräume. Das mit der Verantwortung glaube ich nicht so, gehört aber halt zu den Buzzword der Manager. Und dass Geld nicht motiviert wird hier sicher deutlich widerlegt.
Blogs beschleunigen den Informationsaustausch
Aus der SZ online
Immer mehr Manager berichten im Netz von Geschäft und Alltag. Die Blogs ersetzen manche Pressemitteilung – und offenbaren Intimes aus der Welt der Bosse.
Ein bisschen las es sich so, als wäre John Smith nur kurz aus dem Verhandlungsraum getreten, um die Menschen draußen zu informieren. Mit Magna sei man noch nicht einig geworden, schrieb der GM-Manager in seinem Blog zu den Opel-Verhandlungen. Und zum Schluss: „I’ll keep you posted“, also: „Ich halte Sie auf dem Laufenden.“
Das klingt lockerer als der Text einer Pressemitteilung, auch wenn es in diesem Fall wohl kaum etwas anderes war. Und genau das ist es wohl, was Manager mit Internet-Blogs bezwecken. Die online geführten Journale, die von Berechtigten gelesen und meist kommentiert werden können, vermitteln Lesern das Gefühl, nah dran zu sein. Deshalb werden sie auch im Firmenalltag immer beliebter.
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Sterben wir Verkäufer aus?
Gerade lese ich die Nachricht, dass der Internethandel boomt. Schön, denn ich habe bereits vor zehn Jahren prognostiziert, dass diese Entwicklung kommt und vor allem, dass trotz Krisen ein jährliches Wachstum beim e-commerce zu sehen sein wird. Jetzt lese ich im Handelsblatt:
Nach Prognosen des BVH, die auf einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts TNS Infratest basieren, wird der Online-Umsatz 2009 um 15 Prozent auf 15,4 Mrd. Euro steigen. Der Versandhandel dürfte damit erstmals mehr als 50 Prozent seiner Erlöse im Netz erwirtschaften, wie der Verband am Dienstag in Düsseldorf berichtete. Insgesamt wird der Branchenumsatz in diesem Jahr demnach um 1,7 Prozent auf 29,1 Mrd. Euro zulegen.
Nun, das bedeutet aber auch, dass für diese knapp 30 Mrd. Euro kein einziger Verkäufer benötigt wurde, um die Ware an den Käufer zu bringen. Nicht ein einziger !Gut, das gilt im Versandhandel natürlich auch. Aber da gibt es wenigstens noch Mitarbeiter im Call-Center.
Betrachten wir jetzt noch den Handel neben dem o.a. Versandhandel und übertragen diese Entwicklung auf alle Branchen und Märkte, dann muss ich zu einer neuen Prognose kommen. Und die heisst, die Verkäufer sterben aus. Früher oder später. Oh, ich will nicht übertreiben, im Investitionsgüterbereich wird es uns noch lange geben. Doch je mehr auch hier Produkte „commodity“ werden, desto leichter werden sie über das Internet verkaufbar. Dieser Trend hat längst begonnen.
Und eine weitere Prognose: Da wo tatsächlich noch Verkäufer gebraucht werden – und hier meine ich nicht den Call-Center Agenten – brauchen wir die Besten, die besten Kompetenzen und ein Höchstmaß an Fähigkeiten, die rund um die Aufgabe erforderlich sind.
Bin gespannt, wie ich in zehn Jahren meine Prognose bewerten werde.
Shop til you drop
Interessanter Artikel über die Veränderungen unserer Einkaufswelt, der Entwicklung von Kaufhäuser, Shoppingmalls und unserer Innenstädte
Quelle: Heise.de
Robert Kaltenbrunner 14.06.2009
Wie das Einkaufen die zeitgenössische Urbanität bedingt und zugleich verändert
Vom amerikanischen Regisseur und Komiker Woody Allen stammt der schöne Satz: „Ganz ohne Frage gibt es eine Welt des Unsichtbaren. Das Problem ist, wie weit ist sie vom Stadtzentrum weg, und wie lange hat sie offen?“ Das Bonmot ist – nicht nur wegen der aktuellen Karstadt-Krise – durchaus hintergründiger, als es zunächst den Anschein hat.
Seit in den 60er und 70er Jahren allerorts die Fußgängerzonen sprossen, und seit aus dem Einkauf für den täglichen Bedarf die postmoderne Freizeitbeschäftigung Shopping geworden ist, bemächtigt es sich mehr und mehr der Stadt. Das hat tiefergehende Gründe. So notiert etwa der Soziologe Gerhard Schulze, Erlebnisorientierung sei „die unmittelbare Form der Suche nach Glück“.
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Leitungswasser oder Mineralwasser – wussten Sie schon?
Nach der Lektüre der Mai Ausgabe der brand eins ist mir in Sachen Trinkwasser vieles klarer geworden. Die Ausgabe beschäftigt sich mit dem Thema Lebensmittel. Besonders beeindruckend die Aussagen zu dem Thema Leitungs-Wasser. Hier ein paar Auszüge:
„Die Deutschen sparen Wasser, wo sie nur können, obwohl sie es gar nicht müssten. „Deutschland verfügt über eine sich jährlich erneuernde Wasserressource von 180 Milliarden Kubikmetern“, rechnet Hans-Jürgen Leist, Wasserexperte an der Universität Hannover, vor. „36 Milliarden Kubikmeter Grundwasser bilden sich jährlich neu, nur 19 Prozent davon werden genutzt.“ Trotzdem werde der Eindruck erweckt, dass Wasser in gleichem Maße von Verknappung bedroht sei wie Erdöl. „Das bekommen wir schon als Kind eingetrichtert.“ Die Deutschen verbrauchen im Schnitt ein Viertel weniger als der globale Durchschnitt.“
Wie ein erfolgreiches Unternehmen die Krise sieht
Ein guter Freund machte mich auf den Versandhändler Manufactum und seine aktuelle Hausmitteilung aufmerksam. Darin findet sich ein eher ungewöhnlicher Beitrag über die derzeitige Wirtschaftskrise, in dem Manufactum sich kritisch zum Kasinokapitalismus äussert und die derzeitige Lage der Ökonomie mit einem chronischen Defekt vergleicht.
Eher ungewöhlich für einen erfolgreichen Versand- und Filialhändler. Bei genauem Hinschauen dann jedoch nicht, positioniert sich Manufactum mit seinem Produkten doch klar in der „Nachhaltigkeits“-Ecke. Schon immer hat man auf Produkte gesetzt, die langlebig und qualitativ hochwertig sind. Und auf eine gute Kundenbindung. Weiterlesen »
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