Manager zum Psychoanalytiker
Das mag ich mir vorstellen: Der krisengeschüttelte Manager in der Sinnkrise und dann auf der Couch. Nun, was viele einfache „Indianer“ schon längst machen, weil sie den Druck nicht mehr aushalten, ist doch auch für Manager nichts Neues, man nennt es dort Burn-Out. Die Probleme sind die gleichen, die Ursachen andere. Wobei….jeder Manager hat heute auch einen Chef, die Zahl derer, die keinen mehr über sich haben, wird immer kleiner. Von daher…. Warum nicht. Eines kann man ja nur hoffen, dass ein Umdenken erfolgt, auf allen Ebenen, vom Indianer bis zum Häuptling.
Quelle: Wiwo
Die Finanzkrise hat die Alpha-Manager in eine Sinnkrise gestürzt. In den Konzernen sind künftig andere Rudelführer gefragt.
Georg Fischer ist der Mann, dem die Manager vertrauen. In seiner Praxis an der Düsseldorfer Königsallee bietet der Psychoanalytiker Top-Managern Gespräche auf Augenhöhe. Fischers Spezialgebiet: nicht das Jonglieren von Finanzzahlen, sondern die Aufarbeitung seelischer Konflikte. Die Finanzkrise, sagt der 50-jährige Führungsberater griechischer Abstammung, habe ihm Zulauf beschert – etliche Männer und Frauen aus den Top-Etagen deutscher Unternehmen suchen Fischers Beistand, bis vor Kurzem wagte kaum ein Mitglied einer Chefetage diesen Seelenstriptease.
Im Dschungel der Führung
Quelle: Wirtschaftsblatt.at
„Führen“ bringt viele Missverständnisse mit sich, davon ist Ruth Seliger überzeugt. Ein neues Buch will Managern helfen in den komplexen Anforderungen ihres Jobs den Überblick zu behalten.
Wird die aktuelle Situation beschrieben fällt oft der Begriff Gier – „zu Recht“, wie Ruth Seliger, Geschäftsführerin von Train Consulting und Autorin des „Dschungelbuchs der Führung“, findet. Zu stark sei die Persönlichkeit der Manager im Zentrum gestanden; Charisma war die einzige Eigenschaft, die Führungskräfte mitbringen mussten. „Mit dem Resultat, dass sie allein für Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens verantwortlich waren“, sagt Seliger. So kranken auch die meisten Weiterbildungsangebote für Führungskräfte daran, dass sie sich nur auf die Persönlichkeit der Manager konzentrieren und nur deren Potential verbessern sollen.
Professioneller führen.
Durch die Krise zeichnet sich allerdings ein Paradigmenwechsel ab: Der Fokus geht weg von den Bedürfnissen von Einzelpersonen hin zu denen von Organisationen. So spricht die Autorin gleich zu Beginn des „Dschungelbuches der Führung“ Managementpositionen ihren Glamourfaktor ab: „Führung ist ein kontinuierlicher Prozess, eine Abfolge vieler Tätigkeiten, die kaum wahrgenommen und damit auch kaum belohnt werden“ – kurz: Es handelt sich um Hausfrauenarbeit, wie Seliger sagt.
Hier der weitere Artikel: Wirtschaftsblatt.at
Über den Umgang mit Macht im Web 2.0-Zeitalter
Von Anne M. Schüller
Immer noch steht Literatur über List-und-Tücke-Marketing und Machtspielchen auf den Business-Bestsellerlisten. Werden Manager denn gar nicht schlau? Was der größte Bluff aller Zeiten – ausgelöst durch Macht- und Renditegier, gekoppelt mit Kurzzeitdenke und Vernebelungskalkül – so alles anrichten kann, das wissen wir doch jetzt. Was macht Macht nur so verführerisch? Und warum ist sie so gefährlich?
Eines ist sicher: Gemeinschaften brauchen Ordnungssysteme, Machtstrukturen und Hierarchien. Die Klärung der Rangordnung ist daher notwendig und genießt eine hohe Priorität. Man kann es aber auch mächtig übertreiben. Und das kostet dann nicht weniger als die Zukunft.
Macht und Angst sind ein Paar
Wo Macht ist, ist auch Angst. Die Angst derer, die nach oben drängen, heißt: den Anschluss zu verpassen. Und die Angst derer, die schon oben angekommen sind, heißt: ihre Macht und die damit verbundenen Privilegien wieder zu verlieren. Je weiter oben, desto tiefer der Fall. Es ist also stressig, an der Macht zu sein – wenn man an der Macht bleiben will. Zwischenmenschliche Kälte ist in einem solchen Kontext noch das kleinste Übel. Vor allem werden in großem Stil menschliche Ressourcen und Talente verschwendet, Denn es baut sich ein Szenario aus Drohungen, Intrigen, Neid und Missgunst auf – verbunden mit Kontrollwahn und Absprachen in Hinterzimmern.
Mitarbeiter, die solch destruktive Machenschaften durchschauen oder selbst zum Spielball werden, sind emotional stark belastet und jeder Motivation beraubt. Wem es schlecht geht, der denkt und handelt langsamer und ist für vieles blockiert. Dies führt zwangsläufig zu Misstrauen und Leistungsabfall, zu Unfreundlichkeiten und häufigen Fehlern, zu angepasster Mittelmäßigkeit, zu lähmender Angst, zu Frust und Fluktuation. Am Ende gibt es ein paar scheinbare Sieger – und viele Verlierer.
Angst, Neid und Misstrauen sind die größten Feinde einer Erfolgskultur. Sie sind vor allem dort verbreitet, wo ein starkes Konkurrenzdenken kultiviert wird. Das Jeder-gegen-Jeden-Prinzip produziert zwar möglicherweise imposante Einzelerfolge, entmutigt aber die Masse der Mitspieler. Unternehmerische Topleistungen sind heutzutage ja meist komplexe, informell vernetzte Teamleistungen, wobei jeder sein Bestes nur dann gerne gibt, wenn der gemeinsame Erfolg gefördert, gelobt und gefeiert wird.
Wo eine reibungslose Teamleistung den größten Erfolg verspricht, können Egomanen, die das Klima vergiften, einfach nicht geduldet werden. Wer nach beruflicher Erfüllung strebt, wird heutzutage lieber kündigen, als sich von einem Haudegen schlecht behandeln zu lassen. Die zunehmend wertvollen Powerfrauen im Business fragen sich übrigens noch viel eher als Männer, ob es das wert ist, ihr Potenzial zwischen ‚politischen‘ Machenschaften, Rumgegockel und albernen Machtspielchen aufzureiben. Solche Welten sind für sie zu klein.
Kreativität ist die Schlüsselressource der Zukunft
Die Frage ist nun, welches Ausmaß an Machtgefälle gesund ist für moderne Unternehmen und die Zusammenarbeit. In einem Umfeld, in dem es um Wissen und geistige Territorien geht, in dem Intellekt mehr zählt als Muskelkraft, in dem Kriege um die (religiöse) Vorherrschaft im Kopf geführt werden, erzeugt natürliche Autorität mehr Engagement als lautes Gebrüll und Imponiergehabe.
Kopfarbeiter stehen im Zentrum der voranschreitenden Wissensökonomie. Doch nur in einem angst- und bedrohungsfreien Klima können neue Ideen entwickelt und neue Wege beschritten werden. Wer harsch diktiert, produziert initiativfreie Befehlsempfänger, die auf Sparflamme arbeiten, verschlossen sind und ihre Fehler vertuschen. Dort steckt alles im Panzer von Standards und Normen. Nur leider: In engen Köpfen können keine weiten Gedanken entstehen. Die Folge: Ideenlosigkeit, lähmende Bürokratie, ängstliche Führungskräfte und verängstigte Mitarbeiter. Und Kunden, die schnellstens wieder das Weite suchen. Weil in solchen Unternehmen keine großen Würfe gelingen können.
Das Denken gegen die Regel gehört zu den entscheidendsten Erfolgsfaktoren, um sich vom Einheitsbrei des Mittelmaßes abzuheben. Denn es ist reine Zeitverschwendung mittelmäßig zu sein. Mittelmäßigkeit ist vom Aussterben bedroht. Aber wie bitte soll Außergewöhnliches, ja geradezu Einzigartiges entstehen, wenn stromlinienförmige, nach einer scheinbaren Idealform geklonte Mitarbeiter ein Unternehmen bevölkern? So züchtet sich das Topmanagement Kadaver-Gehorsam, Wendehälse und eine maultote Meute von Mitläufern.
Das Web 2.0 zeigt den Weg
Gemeinsames Siegen ist wirkungsvoller als konfrontatives Be-siegen. Respektvolles Miteinander funktioniert besser als machtbesessenes Gegeneinander. Manager müssen zu Menschenverstehern und Unternehmen zu Beziehungsarchitekten werden. Von einer kooperativen Atmosphäre profitieren alle Beteiligten, von einer aggressiven hingegen nur wenige. Wir brauchen Freunde und nicht Feinde in einer sich zunehmend vernetzenden Welt.
So werden die Werte, für die das Web 2.0 heute steht, nämlich
· Dialog und Interaktion
· Teilen und Partizipation
· Transparenz und Wahrhaftigkeit
· Kreativität und Schnelligkeit
· einen Beitrag leisten und helfen wollen
unseren Lebens-, Kauf- und Arbeitsstil zunehmend prägen – und damit auch Einzug in das betriebliche Miteinander halten.
Innovative Höchstleistungen können nur in Möglichkeitsräumen entstehen. Und Kreativität braucht Spielwiesen. Unter Druck werden höchstens Allerweltslösungen erzeugt. Im spielerischen Dialog gehen wir komplexe Problemstellungen auf unkonventionelle und innovative Weise an. Eine freudige Stimmung des Zulassens beflügelt kreative Denkprozesse. Unsere Intuition erwacht und Querdenk-Potenzial wird aktiviert, um mutig neue Wege zu gehen – und damit Zukunftssicherung zu betreiben.
Das Buch zum Thema wurde ausgezeichnet mit dem schweizerischen Wirtschaftsbuchpreis 2008.
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Anne M. Schüller Kundennähe in der Chefetage
Wie Sie Mitarbeiter kundenfokussiert führen Orell Füssli, Zürich 2008, 26,50 Euro / 44.00 CHF 255 Seiten, ISBN: 978-3-280-05282-2
www.kundenfokussierte-unternehmensfuehrung.com
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Die Autorin
Anne M. Schüller ist Management-Consultant und gilt als führende Expertin für Loyalitätsmarketing. Über 20 Jahre lang hat sie in leitenden Vertriebs- und Marketingpositionen verschiedener internationaler Dienstleistungsbranchen gearbeitet und dabei mehrere Auszeichnungen erhalten. Die Diplom-Betriebswirtin und achtfache Buchautorin zählt zu den besten Keynote-Rednern im deutschsprachigen Raum. Sie arbeitet auch als Business-Trainerin und lehrt an mehreren Hochschulen. Sie gehört zum Kreis der ‚Excellent-Speakers‘. Zu ihren Kunden zählt die Elite der deutschen, schweizerischen und österreichischen Wirtschaft. Kontakt: www.anneschueller.de
Bauchentscheidungen – Die unbewusste Intelligenz
Von Dr. Jürgen Wunderlich, Team für Training und Coaching
In der Wirtschaft werden in erster Linie Zahlen, Daten und Fakten eingesetzt, um darauf basierend Entscheidungen zu treffen. In der universitären Ausbildung von Betriebswirten, MBA´s und anderen Entscheidern der Wirtschaft, herrscht das Diktat der Logik. Doch da gibt es noch etwas anderes, das Menschen wie Bill Gates oder Heidi Klum so erfolgreich macht: Sie hören auch auf ihr Bauchgefühl, um Entscheidungen zu treffen und diese sind immer wieder erfolgreich. Auch wenn manchmal Statistiken und alle Experten der Welt dagegen sprechen, sollten Menschen lernen, ihrer ganz persönlichen Intuition zu vertrauen. Denn wenn der Bauch beim Denken hilft, wird ein enormes Erfolgspotential freigesetzt.
Unsere heutige Wirtschaftswelt ist eine Welt der Analyse. Keine wichtige Entscheidung wird ohne vorhergehende Analyse getroffen. Stehen gar wichtige und vor allem komplexe Projekte in Unternehmen wie Restrukturierungen und Sanierungen, die Expansion in neue Märkte, der Kauf anderer Unternehmen u. a. an, dann wird keine erfahrene Führungskraft auf die zusätzliche Expertise externer Berater verzichten wollen. Nach den Gründen für die Beauftragung der teuren Experten gefragt, lautet die Antwort meistens, dass gerade für wichtige Entscheidungen eine externe Analyse unverzichtbar sei. Anders ausgedrückt könnten wir sagen, dass Unternehmen, wenn Sie Berater beauftragen, durch den Einkauf von analytischem Denken, erfolgreicher sein möchten. Doch ist dem wirklich so?
Macht analytisches Denken wirklich Sinn?
Eine Antwort gibt uns die Finanzwelt. Sie ist gleichzeitig eine Domäne des analytischen Denkens. Denn welche Aktie kauft ein Anleger schon, ohne einen Blick auf die Prognosen und Kaufempfehlungen der Analysten zu tun. Der klassische Ansatz der Experten ist eben, über eine Analyse des Geschehens eine Prognose der zukünftigen Entwicklung vorzunehmen. Dafür bekommen Analysten viel Geld und ihr Wort hat Gewicht in den Augen der Börsenwelt. Betrachtet man allerdings die Geschehnisse an der Börse, muss man sich fragen: Inwieweit hat den Börsenexperten das analytische Denken tatsächlich geholfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen oder zumindest zutreffende Empfehlungen für Kaufentscheidungen zu geben? Und auf was soll man sich selbst bei anstehenden Entscheidungen in den unterschiedlichsten Bereichen verlassen?
Intuition – Wirksamer entscheiden
Auch wenn immer wieder Wissenschaftler und Gehirnforscher erklären wollen, wie Intuition funktioniert, steckt die Entdeckung der tatsächlichen Fähigkeiten der Intuition noch in den Kinderschuhen. Trotz der aktuellen Bücher, die Wissenschaftsjournalisten und Forscher über die Intuition verfasst haben, wird sie in der Businesswelt immer noch stiefmütterlich behandelt. Die Ursache liegt darin, dass nach einer intuitiven Entscheidung immer auch eine logisch-rationale Begründung verlangt wird. Darüber hinaus werden in unseren Schulen und Hochschulen vor allem die logisch-nachvollziehbaren Entscheidungsprozesse unterrichtet. Die Nutzung der Intuition wird dort nicht direkt gefördert. Vielmehr wird sie in Frage gestellt und oft mit „Gefühlsduselei“ karikiert. Wer gute Noten und Abschlüsse vorweisen will, der muss ein Meister in der rational-logischen Urteilsfindung und Begründung sein. Doch wem nützt diese Vorgehensweise im Geschäftsalltag heute? Sehr viele Urteile, die mit Hilfe dialektischen Nachdenkens, des sorgsamen Abwägens von pro und contra usw. gefällt wurden, erwiesen sich als falsch. Wer hat nicht schon erlebt, dass ein extrem guter Bewerber, der hervorragende Zeugnisse vorzuweisen hatte und auch in einem Assessmentcenter toll abgeschnitten hat, sich im Nachhinein als Flop herausstellt. Manche Entscheidungsträger erinnern sich vielleicht sogar daran, dass ihnen die ein oder andere negative Vorahnung während der Personalauswahl gekommen ist. Leider ist es dann natürlich zu spät.
Was macht Intuition so wirksam?
Sieben Ursachen, warum man im Büro nicht arbeiten kann
Markus Albers schreibt im Blog von Innovativ In über die Ursachen, warum ein Arbeiten im Büro nicht möglich ist. Markus Albers ist Autor des Buches Morgen komme ich später rein.
Die FAZ schreibt über sein Buch: »Albers analysiert längst überholte Arbeitsparadigmen und studiert die Möglichkeiten der Easy Economy. Mit vielen Beispielen und internationalen Vergleichen zeigt er Wege aus dem ‘Fron der täglichen Routine’ auf.«
Buchtipp: Zum Entscheiden geboren – Hirnforschung für Manager
Ernst Pöppel, führender deutscher Gehirnforscher und Professor für medizinische Psychologie an der Universität München hat ein neues Buch veröffentlicht: Mit diesem Buch verfolgt er das Ziel, die Erkenntnisse der modernen Hirnforschung für den Kreis der leitenden Angestellten zusammenzufassen.
Besonderes Augenmerk widmet er der Frage, wie die Hirnforschung helfen kann, Fehlentscheidungen des Managements zu verhindern. Denn diese sind meist teuer und führen oft ein Unternehmen an den Rand des Ruins. Der Autor stellt in zehn Kapiteln einen Überblick über die aktuellen Forschungsergebnissen der Hirnforschung vor.
Das Buch ist kein Ratgeber in Sachen klassischer Managementmodelle sondern eher eine Zusammenfassung der Thematik. Pöppels Anliegen ist es, auf die Bedeutung der Erkenntnisse im Berufsleben hinzuweisen.
Dazu der Verlag: „Manager müssen die Lage des Unternehmens nicht nur klar analysieren können – sie müssen daraus vor allem die richtigen Schlüsse ziehen, sich für die optimale Strategie entscheiden und diese dann mit ihren Mitarbeitern umsetzen.
Bei all dem spielt unser Gehirn und unser Denken die entscheidende Rolle. Doch gerade in Zeiten eines immer schnelleren Wandels und rasch zunehmender Komplexität können wir uns nicht länger auf vorgefertigte Denkmuster verlassen. Manager brauchen authentisches Denken – das heißt: Sie müssen konsequent gewohnte Denkwege verlassen und vor allem auch die neurowissenschaftlichen Grundlagen des Denkens mit in den Blick nehmen: Wie verändern Emotionen unser Denken? Wie führen wir gehirngerecht? Was motiviert uns? Wie wecken wir bei anderen Interesse? Wie lernen wir optimal?
Ernst Pöppel beschäftigt sich als Hirnforscher seit Jahrzehnten damit, wie das menschliche Gehirn funktioniert, was Denken ist und wie es uns den Reichtum der Wirklichkeit erschließt.
In diesem Buch präsentiert er die neuesten Erkenntnisse der Hirnforschung und macht sie für Manager nutzbar. Wer dieses Buch gelesen hat, kann klarer denken, besser entscheiden, überzeugender auftreten und so kommunizieren, dass andere ihn verstehen. „
Kunden spielen in deutschen Unternehmen nur eine Nebenrolle
Kundenorientierung ist in vielen Unternehmen nur ein Lippenbekenntnis. So kommt der Kunde in 85 Prozent aller Unternehmensorganigramme noch nicht einmal vor. Dies ergab im Auftrag der Anne Schüller Marketing Consulting eine repräsentative Befragung von 300 deutschen Unternehmen im Rahmen der Studieninitiative Excellence Barometer (ExBa) 2008. In 29 Prozent aller Organigramme, so die Untersuchung, sind noch nicht einmal die Mitarbeiter präsent. Die Vertriebschefs und Marketingleiter, die als ‚Advokaten der Kunden‘ fungieren und deren Interessen vertreten könnten, sind lediglich bei 49 respektive 42 Prozent aller Studienteilnehmer in der obersten Hierarchieebene angesiedelt.
66 Prozent der Befragten haben ein schriftlich formuliertes Unternehmensleitbild. Nur in einem Drittel aller Fälle steht dabei etwas zum Thema Kunde im ersten Satz. Das bedeutet: Für zwei Drittel aller deutschen Unternehmen steht der Kunde nicht an erster Stelle. Dabei zeigt sich, dass erfolgreiche Unternehmen mit 71 Prozent signifikant häufiger ein schriftlich formuliertes Unternehmensleitbild haben als weniger erfolgreiche Unternehmen (58 Prozent). Bei ersteren steht das Thema Kunde auch stärker im Vordergrund, denn bei immerhin 43 Prozent erscheinen Aussagen hierzu im ersten Satz. Dabei wird vor allem die Kundenzufriedenheit angesprochen. Um eine langfristige Ausrichtung auf Kundenloyalität geht es in nur sechs der 126 näher untersuchten Leitbilder. Das immer stärker in den Vordergrund rückende Potenzial des Kunden als Empfehler wurde von keinem einzigen Interviewpartner erwähnt.
In Zeiten hoher Wechselbereitschaft und nachlassenden Kundenvertrauens sind solche Ergebnisse alarmierend. „Der Kunde gehört an die erste Stelle, und zwar nicht nur in schillernden Sonntagsreden, sondern belegbar im täglichen Tun“, sagt Anne M. Schüller, führende Expertin für Loyalitätsmarketing im deutschsprachigen Raum. „Das heißt beispielsweise: Der Kunde erhält die oberste Stelle im Organigramm und einen vorderen Platz im Leitbild. Und er ist Tagesordnungspunkt Nummer eins in jedem Meeting“, empfiehlt die Managementberaterin und Autorin des gerade erschienenen Buchs ‚Kundennähe in der Chefetage‘. Darin propagiert sie eine kundenfokussierte Unternehmens- und Mitarbeiterführung. Das damit verbundene Ziel heißt: Loyalitätsführerschaft. Nur treue Kunden und aktive Empfehler, ergänzt Roman Becker, Initiator der jährlich erscheinenden ExBa-Studie und Geschäftsführer der Forum Marktforschung, sicherten dauerhaft die Zukunft eines Unternehmens.
Quelle: Anne Schüller
Das Buch zum Thema
Anne M. Schüller
Kundennähe in der Chefetage
Wie Sie Mitarbeiter kundenfokussiert führen
Orell Füssli, Zürich 2008, 26,50 Euro / 44.00 CHF
255 Seiten, ISBN: 978-3-280-05282-2
Die Autorin
Anne M. Schüller ist Management-Consultant und gilt als führende Expertin für Loyalitätsmarketing. Über 20 Jahre hat sie in leitenden Vertriebs- und Marketingpositionen verschiedener internationaler Dienstleistungsunternehmen gearbeitet und dabei mehrere Auszeichnungen erhalten. Die Diplom-Betriebswirtin und achtfache Buchautorin gehört zu den besten Business-Speakern im deutschsprachigen Raum. Sie arbeitet als Referentin und Trainerin und lehrt an mehreren Hochschulen. Zu ihrem Kundenkreis zählt die Elite der Wirtschaft. www.anneschueller.de und www.kundenfokussierte-unternehmensfuehrung.com
Die forum! Marktforschung GmbH
Das Mainzer Marktforschungsunternehmen forum! ist spezialisiert auf die Analyse und Optimierung des unternehmerischen Beziehungsmanagements. Typische Studien, die forum! branchenübergreifend durchführt, sind Analysen der Emotionalen Kundenbindung und der Mitarbeitermotivation, Zufriedenheits- und Imageanalysen, Wettbewerbsanalysen, Zielgruppenanalysen, Kunden-, Mitglieder- und Mitarbeiterbefragungen. forum! initiiert die jährlich neu aufgelegte Benchmarkstudie Excellence Barometer® und den deutschlandweiten Wettbewerb „Deutschlands Kundenchampions“.
www.forum-mainz.de
www.deutschlands-kundenchampions.de
www.exba.de
Buchtipp: BrandFuture von Achim Feige
Von Elita Wiegand
Ende der 80er Jahre beherrschte eine Faustregel den Aufbau einer Marke: Man steckte sechs Millionen in die Werbung – das funktionierte, um sich national am Markt zu positionieren. Die Zeiten der klassischen Werbeformen sind jedoch vorbei. Heute muss Marketing authentisch sein. Aber wie müssen Unternehmen auf die Veränderungen reagieren? Wie werden künftig Markenstrategien entwickelt? Was bedeutet der Wandel, um eine Marke zu etablieren. Antworten liefert der Branchenkenner Achim Feige in seinem Buch „BrandFuture“.
Das Buch beschreibt, welche Herausforderungen die Markenführung im 21. Jahrhundert meistern muss. So erfährt der Leser die wesentlichen Erfolgsfaktoren, die eine zukunftsfähige Marke erfüllen muss. Die sieben zeitlosen evolutionären Gesetze sind Basis, um fit und sexy zu sein und im kontinuierlichen Wettbewerb zu den nachhaltigen Gewinnern zu zählen.
Die Gesetze lauten:
- Du sollst spezifisch sein – nur Nullen haben keine Kanten
- Du sollst relevant sein – ohne Relevanz keine Existenz
- Du sollst attraktiv und signalstark sein
- Du sollst einzigartig sein – differenziere dich radikal!
- Du sollst erkennbar die Nummer eins sein
- Du sollst innovativ und adaptiv sein
- Du sollst dich vernetzen
Megatrends
Wie sich die maßgeblichen Megatrends auf die Markenführung auswirken, darüber schreibt Feige in einem Kapitel des Buches. Frauen, Gesundheit, Web 2.0, Globalisierung oder die neuen Zielgruppe wie LOHAS werden untersucht und beinhalten jede Menge Tipps, wie Unternehmen die neuen Kundenwünsche für ihre Marke nutzen können.
Empfehlenswert
„BrandFuture“ von Achim Feige ist ein Buch, das jedem, der sich mit Marken beschäftigt, eine Fülle von Ideen und Inspirationen für die Zukunft der Markenführung bietet. Dem Zukunftsforscher und Markenstrategen ist es gelungen, sich von anderen Marketingbibeln abzuheben.
Buchtipp: Marketeasing von Bernd Röthlingshöfer
Bernd Röthlingshöfer ist Marketing Fachmann der ungewöhnlichen Art. Er schreibt nicht nur Bücher, sondern ist auch Autor des Blogs ….und jetzt zur Werbung. Sein Buch Marketeasing zeigt, dass es anders gehen muss und anders gehen kann. Die klassische Werbun hat ausgedient und holt niemand mehr hinter dem Ofen hervor. Das gilt leider auch zunehmend für die IT-Branche. Was wir also brauchen sind neue Weg unsere Kunden zu erreichen. Vor allem auch, wie die neuen Medien sinnvoll eingesetzt werden können.
Der Verlag über das Buch
Das Buch des Werbeexperten Bernd Röthlingshöfer ist ein leidenschaftliches Plädoyer für eine komplett andere Werbung im 21. Jahrhundert. Es beschreibt die theoretischen Grundlagen der neuen Kommunikationsmethode, zeigt praxiserprobte Techniken und Strategien und beweist anhand von zahlreichen Erfolgsbeispielen aus aller Welt: Marketeasing kommt an. Das Werk vermittelt, wie mit dem neuen Konsumenten und den Veränderungen in der Medienlandschaft umzugehen ist. Bernd Röthlingshöfer erläutert, wie man Kunden erfolgreich anzieht, einbezieht und zu Botschaftern des Unternehmens macht. Er demonstriert, wie man die Massenmedien für sich arbeiten lässt und in den neuen Bürgermedien – zwischen Weblogs und Handys, in Communities und Chatrooms – Fuß fasst. Marketeasing ist ein Muss für jeden, der mit Werbung zu tun hat. Für Werbeprofis, Werbeinteressierte, für Querdenker und für alle Unternehmer, denen alte Businessstrategien nicht genug sind.
Einen ersten Einstieg in sein Buch bietet Bernd Röthlingshöfer über eine ausführliche Leseprobe. Hier ist sie:
Marketeasing Leseprobe
Wenn der Kunde pfeifft….
Gerade halte ich das neue Buch von Anne M. Schüller in den Händen. Zunächst einmal ist es ein tolles CRM, das Frau Schüller da betreibt. Wir lernten uns vor einigen Jahren kennen, als sie einen Vortrag bei IBM hielt. Seitdem haben wir immer wieder mal Kontakt und nun hat sie mir völlig unaufgefordert – als „Dank für eine gute Kundenbeziehung“ – ihr neustes Werk zugesandt.
Schon ihr letzte Buch „Come back!“ hat bei mir grossen Anklang gefunden, denn es beschreibt einerseits die schwierige Aufgabe verlorende Kunden zurückzugewinnen und andererseits das grosse Potential, das darin liegt, denn schliesslich ist der verlorene Kunden eigentlich noch viel näher bei uns, als der noch unbekannte Neukunde. „Come back!“ jedenfalls hat bei mir ziemlich viele Eselsohren erhalten – das sind bei mir die Seiten, die ich mir markiere, damit ich wichtige Passagen schnell wiederfinde.
Nun also das neue Buch „Kundennähe in der Chefetage“. Auch wenn ich es noch nicht gelesen habe, möchte ich es jetzt schon empfehlen. Schon der Auszug überzeugt:
„Wenn der Kunde pfeift, müssen Sie tanzen“, sagt der schwedische Wirtschaftsphilosoph Kjell A. Nordström. Das Machtverhältnis zwischen Anbieter und Verbraucher hat sich umgekehrt. Der Kunde hat sich vom passiven Konsumenten zum aktiven Marktgestalter gewandelt. Nicht länger die Unternehmen, sondern deren Kunden bestimmen inzwischen die Spielregeln, nach denen ‘verkaufen’ gespielt wird. Der Kunde ist der wahre Boss. Er stellt die Anforderungen und die Unternehmen führen sie aus – und zwar bitte möglichst sofort! Wer nicht nach den Regeln der Kunden spielt, spielt morgen nicht mehr mit. Denn Geldscheine sind Stimmzettel. Damit wählen wir, oder wir wählen ab. Der Kunde hat heute die Macht – und damit im Unternehmen das Sagen!
Und wenn dem Kunden was nicht passt, bleibt sein Portemonnaie eben zu. Und er erzählt der ganzen Welt, warum!“
Das Buch beschäftigt sich mit einem durch und durch dialogisch geprägten Beziehungsdreieck von Management – Mitarbeiter – Kunde. Kompromisslos rückt es den Kunden in den Fokus aller unternehmerischen Aktivitäten. Es verschafft ihm Platz in der Chefetage. Es stellt ihn mitten ins Personalbüro. Und es platziert ihn im Herzen der Mitarbeiter. Anne Schüller nennt das: Die kundenfokussierte Unternehmensführung.
Mehr über das Buch erfahren Sie in der Management Summary.
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